[andere Hand:] 55
WIEN
IX/1 ROSSAUERGASSE 4.
29/3. 1916
Lieber Franz!
Vor allem freut es mich stark, dass Du
eine neue produktive Arbeit ausgebreitet hast und so
auf dem Wege oder vielleicht schon am Ziele bist, Deine
inneren Leiden und Kämpfe vom dynamischen in den
statischen, für alle Zeit bleibenden Zustand des Kunstwerks
zu kommen. Ich habe für Dich gefürchtet - und ich hoffe nun,
dass Du gerettet bist! Es ist dabei zweifellos ein arger Schmerz:
das unmittelbare Fühlen umsetzen zu sollen in ein Material,
das doch etwas (relativ) Kaltes hat. Aber es ist ein noch
größeres, viel größeres Glück, diesen Ausweg zu haben,
und Du hast nicht leicht was Besseres tun können, denn
soweit ich die Lage der Dinge kenne, scheint eine erträgliche
Lösung ins rein Menschliche nicht wohl möglich zu sein.
So geb Dir denn ein Gott, zu sagen . . . .
WIEN
IX/1 ROSSAUERGASSE 4.
29/3. 1916
Lieber Franz!
Vor allem freut es mich stark, dass Du
eine neue produktive Arbeit ausgebreitet hast und so
auf dem Wege oder vielleicht schon am Ziele bist, Deine
inneren Leiden und Kämpfe vom dynamischen in den
statischen, für alle Zeit bleibenden Zustand des Kunstwerks
zu kommen. Ich habe für Dich gefürchtet - und ich hoffe nun,
dass Du gerettet bist! Es ist dabei zweifellos ein arger Schmerz:
das unmittelbare Fühlen umsetzen zu sollen in ein Material,
das doch etwas (relativ) Kaltes hat. Aber es ist ein noch
größeres, viel größeres Glück, diesen Ausweg zu haben,
und Du hast nicht leicht was Besseres tun können, denn
soweit ich die Lage der Dinge kenne, scheint eine erträgliche
Lösung ins rein Menschliche nicht wohl möglich zu sein.
So geb Dir denn ein Gott, zu sagen . . . .