Lux, Joseph August: Brief an Richard von Kralik. o.O., 11.9.1932
Dichterabende sein, und es geschieht aus Respekt
für das Haus, dass zum erstenmal in einem öffentlichen
Kreis von diesem Schaffen etwas geboten werden kann
und darf. Jedenfalls darf man gespannt sein und
es freut mich, dass ich etwas Besonderes, ganz Ungewöhnliches
bringen kann. Im Anhang dazu werde ich vielleicht
noch einige neuere Begabungen mit Leseproben bringen,
wenn sie auch in weitem Abstand zu jenem Meister
stehen, den niemand, nicht einmal dem Namen nach,
kennt.
Von mir selber werde ich selbstverständlich nichts
bringen. Ich möchte nur als Interpret anderer erscheinen.
Ich hoffe, Sie vorher noch besuchen zu können, werde
aber jedenfalls das nähere Programm rechtzeitig, und,
wenn nicht anders, brieflich entwickeln.
Ihnen, hochverehrter Freund, wünsche ich innigst,
dass Sie sich bald wieder eines Wohlbefindens erfreuen
und die lästigen Übel, die gewiss sehr störend sind,
bald möglichst beseitigen.
Ich freue mich schon sehr auf eine Plauderstunde
bei Ihnen und bin in alter Verehrung Ihr getreuer
Lux
NB. Ich lege einen Brief an Ihre verehrte
Frau Gemahlin mit einigen persönlichen
Fragen bei