Lux, Joseph August: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Großgmain, 11.4.1918
Grossgmain bei Salzburg
am 11/4 18.
Lieber und verehrter Herr Hofrat!
Eben lese ich, dass die Kammerspiele des Burgtheaters beschlossene
Tatsache sind. Ich bitte freundlichst an mich zu denken und es
gutzuheissen, wenn ich bei meinem Kommen Ende April Sie für
den „Puppenspieler“ interessiere, über den wir schon einmal
gesprochen haben und der für die lebendige Bühne gedacht
ist, ein bewegtes, einaktiges Spiel mit stellenweise zu unter=
legender Musik, das in launiger und phantastischer Form
eine tiefe und sinnvolle Tragödie umschliesst - Ich weiss, dass Sie
eine Freude an dem kleinen Werk haben würden, das jeder
Prüfung gewachsen ist.
Haben die Proben zum „Fenster“ schon begonnen?
Ich hoffe zuversichtlich! Ich schrieb Ihnen vor etwa 10 Tagen und
harre eines freundlichen Zeichens.
Sehr dankbar für eine recht baldige erfreuende Mitteilung
verbleibe ich
mit schönsten Grüssen
Ihr Sie verehrender
Joseph Aug. Lux
N-B. Ich mache ergebenst auf meinen kleinen
Artikel im Neuen Wiener Journal vom vergangenen Sonntag
über „Moderne Regiekunst“ aufmerksam, der in
knapper Form die Allgemeinheit über die Bedeutung dieser Sache
unterrichtet. Herzlichst w. o.