Anif-Salzburg, 26.Jänner,1933
Sehr verehrte Freunde!
Ich überschicke mit gleicher Post das Vortrags-
material in der Reihenfolge der einzuführenden Dichter: 1. Dr.Joseph
Hegedüs; 2. Langbehns Lieder; 3. Letsch: Anima; 4. Hans Kogler.
Die vorzutragenden Gedichte sind auf dem Titelblatt der Bücher von mir
angemerkt. Ich gebe es Ihnen aber gerne anheim, das eine oder andere
Gedicht noch hinzu zu nehmen, wenn Sie diesen Wunsch haben, nur ist
darauf Rücksicht zu nehmen, dass ich über jeden einzelnen auch etwas
sprechen und dass wir daher mit der Zeit haushalten müssen.
Am Schluss werde ich unter dem Titel "Elegien um
Döbling" die schon genannten Stücke aus den"Wiener Elegien" zum Vortrag
bringen, was für sich allein eine halbe Stunde mindestens beansprucht.
Es war mir sehr lieb, aus Ihrem Brief zu entnehmen, dass Sie das Buch
besitzen und daher diese Zwölf Wiener Elegien kennen. Ich habe diese
Stücke u.a. einmal in St.Pölten vorgetragen, melodramatisch auf dem Har-
monium untermalend begleitet. Der dortige Organist hat es aus dem Stegreif
vorzüglich verstanden und die Wirkung war dadurch ganz wesentlich erhöht.
Es würde auch bei Ihnen für die Zuhörerschaft eine reizvolle Abwechslung
und Hebung sein, wenn es möglich wäre, den Vortrag der Elegien durch ein
paar Akkorde auf dem Klavier melodramatisch zu untermalen, etwa durch
harfenähnliche Arppegien, die besonders am Ende einer Phrase den musi-
kalischen Ausklang bilden. Es braucht nicht zuviel dabei getan werden;
ein sparsamer Aufklang da und dort, der sich mit der Stimmlage und der
Stimmung des Inhalts vermählt, würde sehr wirksam sein und an das erinnern
was die Ritterharfe beim alten Minnesang war. Die Sache ist jedenfalls
viel einfacher, als es hier aussieht. Die Frage ist nur ob der musikalische
Sehr verehrte Freunde!
Ich überschicke mit gleicher Post das Vortrags-
material in der Reihenfolge der einzuführenden Dichter: 1. Dr.Joseph
Hegedüs; 2. Langbehns Lieder; 3. Letsch: Anima; 4. Hans Kogler.
Die vorzutragenden Gedichte sind auf dem Titelblatt der Bücher von mir
angemerkt. Ich gebe es Ihnen aber gerne anheim, das eine oder andere
Gedicht noch hinzu zu nehmen, wenn Sie diesen Wunsch haben, nur ist
darauf Rücksicht zu nehmen, dass ich über jeden einzelnen auch etwas
sprechen und dass wir daher mit der Zeit haushalten müssen.
Am Schluss werde ich unter dem Titel "Elegien um
Döbling" die schon genannten Stücke aus den"Wiener Elegien" zum Vortrag
bringen, was für sich allein eine halbe Stunde mindestens beansprucht.
Es war mir sehr lieb, aus Ihrem Brief zu entnehmen, dass Sie das Buch
besitzen und daher diese Zwölf Wiener Elegien kennen. Ich habe diese
Stücke u.a. einmal in St.Pölten vorgetragen, melodramatisch auf dem Har-
monium untermalend begleitet. Der dortige Organist hat es aus dem Stegreif
vorzüglich verstanden und die Wirkung war dadurch ganz wesentlich erhöht.
Es würde auch bei Ihnen für die Zuhörerschaft eine reizvolle Abwechslung
und Hebung sein, wenn es möglich wäre, den Vortrag der Elegien durch ein
paar Akkorde auf dem Klavier melodramatisch zu untermalen, etwa durch
harfenähnliche Arppegien, die besonders am Ende einer Phrase den musi-
kalischen Ausklang bilden. Es braucht nicht zuviel dabei getan werden;
ein sparsamer Aufklang da und dort, der sich mit der Stimmlage und der
Stimmung des Inhalts vermählt, würde sehr wirksam sein und an das erinnern
was die Ritterharfe beim alten Minnesang war. Die Sache ist jedenfalls
viel einfacher, als es hier aussieht. Die Frage ist nur ob der musikalische