Grossgmain bei Salzburg 2/7 18.
Herrn Hofburgtheater-Direktor Hofrat Dr. M. v. Millenkowich, Wien
Hochverehrter Freund!
Ich habe der Vertriebsstelle besprochenermassen geschrieben, dass wir
die Uraufführung des „Fenster” im ersten Quartal der neuen Spielzeit 1918/19
vereinbart haben. Die Vertriebsstelle wird sich darüber bereits mit Ihnen
ins Einvernehmen gesetzt haben; ich bitte auch ihr, wie besprochen, diese Vereinbarung
zu bestätigen.
Wenn es richtig ist, dass Herr Tressler im nächsten Spieljahr wegen
längerer Urlaube ungewiss ist, so bitte ich für die Hauptrolle, d. h. für Ernst
den Herrn Marr in Betracht zu ziehen; ich habe in Wien bereits mit ihm
darüber gesprochen; er ist ein ausgezeichneter Künstler und interessiert sich
eben auch sehr für die Rolle; er wird ja gewiss ebenfalls ausgezeichnet spielen -
Eine Uraufführung ist eben auch Musteraufführung und soll ausgezeichnet
besetzt werden, was für ein gutes Stück eine selbstverständliche Forderung ist.
Ich dachte, wir haben im grossen & ganzen eine gute Besetzung aller Rollen gefunden,
doch bitte ich für „Resis Mutter” die Frau Kallina auszuersehen, und
für Ernsts Mutter die Frau Retty an Stelle der Frau Wilbrand, die
vielleicht doch schon zu alt für diese Rolle ist. Ernsts Mutter ist noch
keine so gebrechliche alte Frau. Ich bitte das gütigst in Betracht zu
ziehen. Ich freue mich, dass wir in allen wesentlichen Punkten einig gehen,
und dass auch nach dem fachmännischen Urteil des Herrn Witko keine
irgendwie nennbaren technischen Schwierigkeiten bestehen - Ich habe ihn zuletzt
noch gesprochen, er hat mir versichert, dass alles Nötige vorhanden sei und keine
Sorge betreffs Ausstattung zu bestehen braucht. Mit den besten Ferienwünschen Ihr
Sie verehrender Joseph Aug. Lux.
Auf Wiedersehen im Herbst [zur] künstlerischen Tat!
Herrn Hofburgtheater-Direktor Hofrat Dr. M. v. Millenkowich, Wien
Hochverehrter Freund!
Ich habe der Vertriebsstelle besprochenermassen geschrieben, dass wir
die Uraufführung des „Fenster” im ersten Quartal der neuen Spielzeit 1918/19
vereinbart haben. Die Vertriebsstelle wird sich darüber bereits mit Ihnen
ins Einvernehmen gesetzt haben; ich bitte auch ihr, wie besprochen, diese Vereinbarung
zu bestätigen.
Wenn es richtig ist, dass Herr Tressler im nächsten Spieljahr wegen
längerer Urlaube ungewiss ist, so bitte ich für die Hauptrolle, d. h. für Ernst
den Herrn Marr in Betracht zu ziehen; ich habe in Wien bereits mit ihm
darüber gesprochen; er ist ein ausgezeichneter Künstler und interessiert sich
eben auch sehr für die Rolle; er wird ja gewiss ebenfalls ausgezeichnet spielen -
Eine Uraufführung ist eben auch Musteraufführung und soll ausgezeichnet
besetzt werden, was für ein gutes Stück eine selbstverständliche Forderung ist.
Ich dachte, wir haben im grossen & ganzen eine gute Besetzung aller Rollen gefunden,
doch bitte ich für „Resis Mutter” die Frau Kallina auszuersehen, und
für Ernsts Mutter die Frau Retty an Stelle der Frau Wilbrand, die
vielleicht doch schon zu alt für diese Rolle ist. Ernsts Mutter ist noch
keine so gebrechliche alte Frau. Ich bitte das gütigst in Betracht zu
ziehen. Ich freue mich, dass wir in allen wesentlichen Punkten einig gehen,
und dass auch nach dem fachmännischen Urteil des Herrn Witko keine
irgendwie nennbaren technischen Schwierigkeiten bestehen - Ich habe ihn zuletzt
noch gesprochen, er hat mir versichert, dass alles Nötige vorhanden sei und keine
Sorge betreffs Ausstattung zu bestehen braucht. Mit den besten Ferienwünschen Ihr
Sie verehrender Joseph Aug. Lux.
Auf Wiedersehen im Herbst [zur] künstlerischen Tat!