Grossgmain bei Salzburg , 29.VII. 1925
Verehrter, hochwürdiger Pater Innerkofler!
Als Mitglied der von Ihnen ins Leben gerufenen kathol.
Schriftstellergenossenschaft muss ich Sie um Rat und Hilfe in der
Sache bitten, die aus mitfolgender Briefkopie hervorgeht und den
Salzburger Borromäus Verein sowie die Bonner Buchgemeinde betrifft.
Der Verdammungsspruch im vorigjährigen Salzburger Ratgeber wird
Ihnen ja nicht unbekannt sein, er verurteilt in Bausch und Bogen,
auch unzweifelhafte Werke wie: „Die Schwestern Fröhlich“, „Franz
Schuberts Lebenslied“, u.a. die in katholischen Zeitschriften längst
abgedruckt waren und sich ehrender Zustimmungen,wie seitens des
Herrn Cardinals Piffl u.a. entscheidender geistlicher Faktoren
erfreut haben . Ich bin bereit, diese Werke einer Prüfungskommission,
die Sie selbst bestimmen wollen zur gerechten Begutachtung zu unter=
breiten. Ich schlage darunter auch Pater Harrasser vor. Leider
scheint auch im Wiener Lese= und Bibliothekverein ein kleinlicher
Geist zu walten, der schwächliche Tendenzliteratur bevorzugt und
mehr Schaden als Nutzen stiftet. Es müssen doch auch Werke geduldet
werden, die im allgemeinen vom religiösen Gefühl getragen sind ohne
die Tendenz dick aufzustreichen und durch literarische Qualität an
sich wirken, z.B. wie Schubert und die anderen Werke aus der heimat=
lichen Kulturgeschichte, die gerade von aussen stehenden unvorein=
genommenen Lesern als tief religiös empfunden worden sind.
Im Vertrauen auf Ihre grossherzige und gerechte Gesinnung,
sowie auf Ihre Liebe zum guten Schrifttum bitte ich Sie um Ihre
Mithilfe, damit auch in unserem Lager, wo viel Faules ist, Wandel
Verehrter, hochwürdiger Pater Innerkofler!
Als Mitglied der von Ihnen ins Leben gerufenen kathol.
Schriftstellergenossenschaft muss ich Sie um Rat und Hilfe in der
Sache bitten, die aus mitfolgender Briefkopie hervorgeht und den
Salzburger Borromäus Verein sowie die Bonner Buchgemeinde betrifft.
Der Verdammungsspruch im vorigjährigen Salzburger Ratgeber wird
Ihnen ja nicht unbekannt sein, er verurteilt in Bausch und Bogen,
auch unzweifelhafte Werke wie: „Die Schwestern Fröhlich“, „Franz
Schuberts Lebenslied“, u.a. die in katholischen Zeitschriften längst
abgedruckt waren und sich ehrender Zustimmungen,wie seitens des
Herrn Cardinals Piffl u.a. entscheidender geistlicher Faktoren
erfreut haben . Ich bin bereit, diese Werke einer Prüfungskommission,
die Sie selbst bestimmen wollen zur gerechten Begutachtung zu unter=
breiten. Ich schlage darunter auch Pater Harrasser vor. Leider
scheint auch im Wiener Lese= und Bibliothekverein ein kleinlicher
Geist zu walten, der schwächliche Tendenzliteratur bevorzugt und
mehr Schaden als Nutzen stiftet. Es müssen doch auch Werke geduldet
werden, die im allgemeinen vom religiösen Gefühl getragen sind ohne
die Tendenz dick aufzustreichen und durch literarische Qualität an
sich wirken, z.B. wie Schubert und die anderen Werke aus der heimat=
lichen Kulturgeschichte, die gerade von aussen stehenden unvorein=
genommenen Lesern als tief religiös empfunden worden sind.
Im Vertrauen auf Ihre grossherzige und gerechte Gesinnung,
sowie auf Ihre Liebe zum guten Schrifttum bitte ich Sie um Ihre
Mithilfe, damit auch in unserem Lager, wo viel Faules ist, Wandel