Wien, am 28. März 1933.
Sehr geehrter Herr Roessler!
Ich weiß nicht ob Sie sich an mich noch
erinnern. Vor drei Jahren sprachen Sie im Wiener
Künstlerhaus wohl einige Worte mit mir, ich hatte
aber trotzdem die Empfindung Ihnen als Fremder
gegenüberzustehen. Wenn ich mir erlaube Ihnen heute
diese Zeilen zu schreiben, so geschieht dies in der Vor=
aussetzung, daß Sie mir möglicherweise noch einen
kleinen Rest von Wohlwollen aus der Zeit bewahrten,
in der ich das Vergnügen hatte mit Ihnen persönlich
zu verkehren. Freilich sind seither schon mehr als
zehn Jahre verflossen; aber trotzdem hatte ich den
lebhaften Wunsch Sie zu bitten, mir Ihr Wohlwollen
wieder angedeihen zu lassen, als ich letzthin in einer
stillen Stunden in meinen Papieren stöberte und Ihre
Sehr geehrter Herr Roessler!
Ich weiß nicht ob Sie sich an mich noch
erinnern. Vor drei Jahren sprachen Sie im Wiener
Künstlerhaus wohl einige Worte mit mir, ich hatte
aber trotzdem die Empfindung Ihnen als Fremder
gegenüberzustehen. Wenn ich mir erlaube Ihnen heute
diese Zeilen zu schreiben, so geschieht dies in der Vor=
aussetzung, daß Sie mir möglicherweise noch einen
kleinen Rest von Wohlwollen aus der Zeit bewahrten,
in der ich das Vergnügen hatte mit Ihnen persönlich
zu verkehren. Freilich sind seither schon mehr als
zehn Jahre verflossen; aber trotzdem hatte ich den
lebhaften Wunsch Sie zu bitten, mir Ihr Wohlwollen
wieder angedeihen zu lassen, als ich letzthin in einer
stillen Stunden in meinen Papieren stöberte und Ihre