Michalek, Ludwig: Brief an Franz Karl Ginzkey. Wien, 20.9.1919
Blinddarm glücklich operiert worden,
jetzt wieder vom Krankenhaus in ihrer
Wohnung, wo es ihr Gottlob schon recht gut
geht. - Sie können sich vorstellen, wie
schwer es meiner Frau geworden ist, dass
sie nicht nach München eilen konnte
um unser Kind zu pflegen - aber es
war nicht möglich - ich brauchte sie noch
und dann hatte sie die Pflege unseres
Enkelkindes übernommen, da unsere
Kinder Czerwenka auf Ferien in Gmunden
waren, wie auch unsere Verwandten Finger
und wir wollten Czerwenka, die durch meine
schwere Erkrankung so kaum 14 Tage
Ferien genossen, nicht stören.
Lisa schrieb uns schon vor längerer
Zeit, dass sie auf ihre Vermählungs=
anzeige keine beglückwünschenden
Zeilen von Ihnen und Frau Gemahlin
erhielt - was sie kränkte.
O bitte machen Sie Lisa die Freude
und schreiben Sie ihr jetzt: Die Adresse ist