Michalek, Ludwig: Brief an Franz Karl Ginzkey. Wien, 9.11.1932
Wien 9. November 1932
Hochverehrter lieber Freund und Ehren-Doktor!
Ihr so überaus liebenswürdiges Schreiben vom 23.10.
hat mir und meinen Lieben große Freude bereitet, haben
Sie innigst Dank für die mich so ehrenden Gesinnungen
für die freundschaftliche Zuneigung für mich und meine
Lieben, die wir uns hoch zu schätzen wissen. - Auch
ich bedauere, dass wir uns in den letzten Jahren so selten
sahen und sprachen. - Aber - jetzt - noch im November
kommen Sie nach Wien! - Freilich werden sich so
viele Ihrer Freunde und Verehrer um Ihre Gesellschaft
reißen und bemühen Sie bei sich zu sehen - und
da möchten wir nicht zu spät kommen - wenn
Sie schon alle Tage Ihrer Wiener-Anwesenheit
besetzt haben und Sie und Ihre hochgeehrte liebe Frau
bitten, uns entweder Sonntag d. 20ten oder
Sonntag d. 27ten November 1/2 6 Uhr die Freude machen
bei uns zum Thee zu sein.
Bitte um womöglich umgehende Antwort,
denn wir möchten unseren intimen Kreis:
Bon Weckbeckers, Redlich, Srbik u. A. dazu bitten
und müßten doch so bald als möglich unsere
Einladungen machen, um nicht zu spät damit
zu kommen.
Der alte Jaffe teilte mir als Vorstand unseres
Stifter-Vereines mit, dass Sie zugesagt haben für
die Mitglieder des Stifter-Vereines am Samstag
d. 26ten im Vortragsaal der National-Bibliothek