WIEN, I. DOROTHEERGASSE 11. am 10. Mai 1919. -
Verehrter Herr Roessler!
Da ich durch die Protokolle und auch sonst
die Wahrnehmung machte, dass einige we-
nige unter den jungen Künstlern die Absicht
zu haben scheinen, die von mir gewidmeten
Räume auch zu politischen Propaganda-
zwecken zu benützen, so möchte ich Sie schon
heute ersuchen den Vertretern der Gruppen zu
betonen, dass ich meine Widmung davon ab-
hängig mache, dass derartige Manifestationen
unbedingt im „Haus der jungen Künstlerschaft”
zu unterbleiben haben, da ich aus den von mir
zu rein künstlerischen Zwecken gewidmeten Räu-
men kein politisches Agitationslokal machen
lassen will.
Ich hoffe, dass sowohl Sie, wie auch die Mehrheit
der Künstler darin mit mir übereinstimmen
werden.
Ich bin, Herr Roessler mit den besten Grüssen,
Ihr ergebner
Otto M. Miethke.
Verehrter Herr Roessler!
Da ich durch die Protokolle und auch sonst
die Wahrnehmung machte, dass einige we-
nige unter den jungen Künstlern die Absicht
zu haben scheinen, die von mir gewidmeten
Räume auch zu politischen Propaganda-
zwecken zu benützen, so möchte ich Sie schon
heute ersuchen den Vertretern der Gruppen zu
betonen, dass ich meine Widmung davon ab-
hängig mache, dass derartige Manifestationen
unbedingt im „Haus der jungen Künstlerschaft”
zu unterbleiben haben, da ich aus den von mir
zu rein künstlerischen Zwecken gewidmeten Räu-
men kein politisches Agitationslokal machen
lassen will.
Ich hoffe, dass sowohl Sie, wie auch die Mehrheit
der Künstler darin mit mir übereinstimmen
werden.
Ich bin, Herr Roessler mit den besten Grüssen,
Ihr ergebner
Otto M. Miethke.