Michalek, Ludwig: Brief an Marie von Ebner-Eschenbach. Wien, 7.4.1914
der zu lesen und zu sehen und zu
fühlen vermag. Alle große Güte
Edelsinn, Weisheit, frauliche Milde
Mütterlichkeit und Energie des
schaffenden schöpferischen Genius
ist aus dieser Form herauszulesen.
Ich danke Ihnen hochgeehrte Frau
Gräfin, dass ich unter denjenigen
bin, die einen der ersten Abgüße
erhalten werden. Wie sehr wir
diesen Abguß in Ehren halten werden
darf ich versichern – er soll auf
meinem Arbeitstisch aufgestellt
werden bei der Karte aus
Löschna vom 5. XI. 1910, worin
Sie mir zum Besuche Sr. Majestät
unseres vielgeliebten Kaisers in
meiner Kollektiv-Ausstellung
bei Miethke gratulierten.
Habe Herrn Schroth sogleich zu
Ihnen geschickt und ihm aufgetragen,
dass er sich durch Ihren Diener nicht
abweisen lassen solle, da ich
wußte, dass Sie und Frau Gräfin -
Nichte Kinsky Freude haben werden