Michalek, Ludwig: Brief an Marie von Ebner-Eschenbach. Wien, 14.9.1915
noch eine lange Reihe Jahre schenken
in Kraft und Gesundheit, wie diesem
dreihundert Jahre alten Eichenbaum.
Lassen Sie hochgeehrte Frau Gräfin
es mich nochmals aussprechen, wie
glücklich und stolz es mich macht, dass ich
dazu ausersehen, Ihre geliebten Züge
der dankbaren Mit- und Nachwelt wieder
zu geben, lassen Sie mich Ihnen immer
wieder sagen, wie tief dankbar ich Ihnen
bin, dass Sie ein so gütiges Interesse
an meinem Schicksal und dem meiner
Lieben nehmen - damals vor 6 Jahren
haben Sie mich getröstet und aufgerichtet
- wie nur eine Mutter trösten kann
und immer haben Sie so regen Anteil
an meiner künstlerischen Entwicklung
genommen. Innigen Dank!
Eigentlich hatte ich Ihnen zugedacht
zum 13. September einen fertigen
Probedruck der Diplom-Radierung zu senden,
die ich zu Ehren unserer Helden im
Auftrage des kaiserl. Obersthofmeister-Amtes