Millenkovich-Morold, Max von: Kartenbrief an Josef Reiter. Wien, 21.10.1914
Wien, 21. X. 14 abends. Teurer! Erst
heute nachmittags erfuhr ich, wie
die Sache steht. Also Antropp war
tatsächlich fünf Viertelstunden
bei Gregor und vermochte dessen
grundsätzliche Bedenken gegen
einen neuen „Tell” zu zerstreuen.
Gregor versprach, unser Werk
genau und sorgfältig prüfen
zu lassen, und will sich
keineswegs mit der un-
klaren oder zweideutigen
Meinungsäußerung eines ein-
zigen Begutachters begnügen.
Bevor die Entscheidung über
unser Werk gefallen ist,
wird kein Schritt zur Neu=
Inszenierung des Rossinischen
„Tell” unternommen.
Herzinnigst
Max
Vergiß nicht
Montag ½ 6!