Millenkovich-Morold, Max von: Brief an Josef Reiter. Wien, 4.12.1915
Neffe Strauß! Auch an Können,
an Virtuosität. Man bedenke
nur die „zahmen” Mittel, deren
jener sich bedient, und was für
poetisch=anschauliche „Stimmungen”
er durch die Feinheit und
Klarheit im Gebrauche seiner
Mittel erreicht und verwirklicht.
Der Herr Neffe aber - der
sich für den Neffen Liszt's
und Wagner's hält! - ist
derb, plump, überladen,
kommt daher wie ein Vieh-
händler mit den großen
Ringen und der großen
Uhrkette, auch wenn einem
manchmal ganz benommen
zu Mute wird vor lauter
Häufung der Mittel und