Moll, Carl: Brief an Richard von Schaukal. Wien, 6.11.1914
WIEN XIX₁ WOLLERGASSE 10
TGR. MOLL HOHEWARTE WIEN
TELEFON DOEBLING 348
6.11.1914.
Sehr geehrter Herr Hofrat.
Gerne hätte ich mit Ihnen über einen
gemeinsamen Schützling gesprochen.
Wenn Sie mir das Vergnügen Ihres
Besuches machen würden, könnte
ich Sie auch durch einen kleinen
Ausflug in die italienische Kunst
entschädigen, was dem Autor des
Giorgione gewiss Vergnügen bereiten
wird. Könnten Sie dafür keine
Zeit erübrigen, so suche ich Sie
selbst gerne auf wo Sie wünschen,
denn Maler haben heute mehr
Zeit als ihnen lieb ist.
Mit hochachtungsvollen
Grüßen Ihr
Carl Moll
Diesen Sonntag bin ich über Land -
eine telefonische Verabredung wäre am
zweckmäßigsten.