20. 3.
Lieber Herr Hofrat.
In Ergänzung unseres Telefongespräches stelle ich noch fest,
dass der Betrag von 7000 Sch dem damaligen Werte der
4000 Mark entspricht, welche ich Wiegele gezalt habe.
Auch kann man also die Versicherung mit 10000 Sch ansetzen.
Nun ein offenes - persönliches Wort.
Gelegentlich der oesterreichischen Ausstellung in Bern
ersuchte mich College Harlfinger um einen meiner Kokoschka's
als Leihgabe - ohne daran zu denken, dass ich auch
Maler bin. Ich lehnte ebenso höflich wie kurz ab.
Gestern habe ich, unter den gleichen Umständen, Ihnen,
zu gesagt - in Ansehung meiner besonderen Wertschätzung.
Die Consequenzen meines Austrittes aus dem Völkerbund
der Künstlercafé's habe ich 25 Jahre lang widerspruchlos
getragen. Wenn aber die Organisation einer oesterreichischen
Auslandausstellung cliquenmäßig unabhängig, sachlich,
möglich ist, hätte ich erwarten dürfen - in combination
gezogen zu werden. Ich glaubte auch damit rechnen
zu können verstandesmäßig ernst genommen zu
werden. Ich kenne aus meiner eigenen Praxis die
Schwierigkeit der Auswal. Ich war mir bewußt - vor
drei Jahren in Venedig - nach persönlichem Geschmack
- und mit Rücksicht auf eine einheitliche Gesammt=
wirkung, gewält, und dadurch manches gleichwertige
vernachlässigt zu haben. Gerade ich hätte es daher
verständnissvoll hingenommen - wenn die Schluss=
auswal meine Arbeit zurück gestellt hätte.
Von vorneherein aber als minderwertig ignoriert
zu werden muss ich als ungerecht empfinden - auch
wenn ich die Galerieauswal des 20. Jahrhunderts
überblicke. So viel Urteil muss ich mir - bei
aller persönlichen Voreingenommenheit zuerkennen.
Lieber Herr Hofrat.
In Ergänzung unseres Telefongespräches stelle ich noch fest,
dass der Betrag von 7000 Sch dem damaligen Werte der
4000 Mark entspricht, welche ich Wiegele gezalt habe.
Auch kann man also die Versicherung mit 10000 Sch ansetzen.
Nun ein offenes - persönliches Wort.
Gelegentlich der oesterreichischen Ausstellung in Bern
ersuchte mich College Harlfinger um einen meiner Kokoschka's
als Leihgabe - ohne daran zu denken, dass ich auch
Maler bin. Ich lehnte ebenso höflich wie kurz ab.
Gestern habe ich, unter den gleichen Umständen, Ihnen,
zu gesagt - in Ansehung meiner besonderen Wertschätzung.
Die Consequenzen meines Austrittes aus dem Völkerbund
der Künstlercafé's habe ich 25 Jahre lang widerspruchlos
getragen. Wenn aber die Organisation einer oesterreichischen
Auslandausstellung cliquenmäßig unabhängig, sachlich,
möglich ist, hätte ich erwarten dürfen - in combination
gezogen zu werden. Ich glaubte auch damit rechnen
zu können verstandesmäßig ernst genommen zu
werden. Ich kenne aus meiner eigenen Praxis die
Schwierigkeit der Auswal. Ich war mir bewußt - vor
drei Jahren in Venedig - nach persönlichem Geschmack
- und mit Rücksicht auf eine einheitliche Gesammt=
wirkung, gewält, und dadurch manches gleichwertige
vernachlässigt zu haben. Gerade ich hätte es daher
verständnissvoll hingenommen - wenn die Schluss=
auswal meine Arbeit zurück gestellt hätte.
Von vorneherein aber als minderwertig ignoriert
zu werden muss ich als ungerecht empfinden - auch
wenn ich die Galerieauswal des 20. Jahrhunderts
überblicke. So viel Urteil muss ich mir - bei
aller persönlichen Voreingenommenheit zuerkennen.