Mörzinger, Johann: Brief an Richard von Kralik. o.O., 26.3.1922
26./3 1922.
Hochverehrter Herr Doktor!
Ihre Karte hat einen unsagbaren Jubel in mir
ausgelöst. Begeistert begrüße ich die Idee, in kurzen
Artikeln eine knappgefaßte, lebendig geschriebene
Kirchengeschichte Wiens (von Severinus bis Kard. Nagl)
im „Wiener Kirchenblatt“ zu bringen. Sie ahnen
nicht, Herr Doktor, wie Ihnen das katholische Volk dafür
dankbar sein wird. Wir könnten gleich nach Ostern be-
ginnen.
Bezüglich „Rosenkranz“ werde ich mir erlauben, ge-
legentlich vorzusprechen, um diese Sache mündlich be-
sprechen zu können.
Das „Kirchenblatt“ geht schon nach Amerika, Schweiz,
Italien, Holland, Polen, Bosnien, Griechenland etc etc..
Wie wird sich alles freuen, Ihre Artikel zu lesen.
Aufrichtig gesagt, ich habe unter Ihrem Stillschweigen
gelitten. Wollte schon immer schreiben und betteln,
doch fürchtete ich, Herrn Doktor zu belästigen. Wohl
vergieng aber kein Tag, an dem ich nicht
mit Ihnen in sacris gesprochen.
Mit Freuden sieht den Artikeln entgegen
Ihr danksch. Verehrer
JMörzinger