Schriftleitung des Gral
Literarische Monatsschrift
herausgegeben von
Franz Eichert u. Friedrich Muckermann S. J.
Münster i. W., den 25. Okt. 1925
Königstraße 36a
Sehr verehrte Schriftstellerin!
Ihre Ahasver-Geschichte hat mir sehr gut gefallen und tiefen
Eindruck auf mich gemacht. Namentlich ist Ihnen in ausgezeichne-
ter Weise gelungen, die Welt des Geheimnisvollen mitten in die
Wirklichkeit hineinzustellen und künstlerisch etwas nachzubilden,
was uns das Leben immerfort zeigt. Genaues darüber, wann die Novelle
erscheint, sollen Sie baldigst erfahren.
In der andern Angelegenheit mit dem betreffenden Verlag werde
ich Ihren Wünschen natürlich folgen. Vielleicht wäre es angebracht,
ein Bändchen bei Fredebeul & Koenen herauszugeben, das die Sachen
enthielte, die Sie im Gral veröffentlicht haben, wenigstens Titanic
und dann dieses Jüngste. Darüber muß ich Ihnen aber noch schreiben.
So schwer und langsam arbeiten diese Verlage und ich wäre ganz ge-
wiß auch längst bei den Juden untergekommen, wenn man nicht für das
Christentum kämpfen müßte. Jedenfalls bin ich von den Juden
immer besser behandelt worden als von den Christen.
Erstaunt war ich über die jugendliche Frische, die aus dieser
Literarische Monatsschrift
herausgegeben von
Franz Eichert u. Friedrich Muckermann S. J.
Münster i. W., den 25. Okt. 1925
Königstraße 36a
Sehr verehrte Schriftstellerin!
Ihre Ahasver-Geschichte hat mir sehr gut gefallen und tiefen
Eindruck auf mich gemacht. Namentlich ist Ihnen in ausgezeichne-
ter Weise gelungen, die Welt des Geheimnisvollen mitten in die
Wirklichkeit hineinzustellen und künstlerisch etwas nachzubilden,
was uns das Leben immerfort zeigt. Genaues darüber, wann die Novelle
erscheint, sollen Sie baldigst erfahren.
In der andern Angelegenheit mit dem betreffenden Verlag werde
ich Ihren Wünschen natürlich folgen. Vielleicht wäre es angebracht,
ein Bändchen bei Fredebeul & Koenen herauszugeben, das die Sachen
enthielte, die Sie im Gral veröffentlicht haben, wenigstens Titanic
und dann dieses Jüngste. Darüber muß ich Ihnen aber noch schreiben.
So schwer und langsam arbeiten diese Verlage und ich wäre ganz ge-
wiß auch längst bei den Juden untergekommen, wenn man nicht für das
Christentum kämpfen müßte. Jedenfalls bin ich von den Juden
immer besser behandelt worden als von den Christen.
Erstaunt war ich über die jugendliche Frische, die aus dieser