Natter, Ottilie: Brief an Maia von Kralik. Gmunden, 17.8.1915
die Ausschmückung wieder abge=
tragen, die zur Erhöhung der Stim=
mung viel beigetragen hat. So
tut eben jeder was er kann fürs
Vaterland. Ihrem lieben Gatten
jedoch ist eine große, hehre Mis=
sion beschieden, möge er sie, mit
Gottes Hilfe, kraftvoll durchfüh=
ren.
Meine herzwarmen Wünsche be=
gleiten Ihre beiden Söhne die ihre
Kriegerpflicht erfüllen und uns
dem ersehnten Frieden näher brin=
gen. Ihr Heinrich aber möge bei
seiner wenig gefährlichen Arbeit
verbleiben können und seine Hei=
lung, wenn auch langsam so doch
sicher wiedererlangen.
Seien Sie mit Ihrem lieben
Gatten bestens gegrüßt
Ihre
Ottilie Natter