[in Bleistift, von anderer Hand:] Anton Pachinger
München, 3. X. 28.
Lieber Freund! Vorgestern nach München gekommen, finde
ich Ihre liebe Karte. Mir tut nur leid, dass ich nicht in Linz
bin, wenn Sie hinkommen. Mein Herbstplan wurde nämlich durch
die Schlußfeier des Dürerjahres in Nürnberg umgeworfen.
Wie Sie wissen, bin ich 26. 8. mit meinem Fräulein nach Karlsbad
gefahren, um die von meinem Leibmedikus, den Sie in Linz kennen
lernten, anbefohlene Kur zu absolvieren. Um halben September
war das erledigt, dann hieß es: Nachkurhalten und zwar sollte ich diese
wegen meiner durch die heißen Quellen etwas angegriffenen
Herzmuskeln im Gebirge abhalten. Da war ich dann 2 Wochen im
Pinzgau und in Salzburg (Stadt) und wollte eben nach Linz ab=
segeln, wie die Einladung kam, an den Schlußfestlichkeiten des
Dürerjahres als „Ehrenkonservator” (Pfleger) des Germ. Museums
teil zu nehmen. Das Wetter war gut, desgleichen mein
körperliches Wohlbefinden und so giengs statt westlich nach Linz
nordöstlich nach Nürnberg. Jetzt sitze ich hier von einem Berg
von Arbeit erwartet. Wenn Sie aber kommen, würds mich freuen
und laß ich Arbeit Arbeit sein. Ich denke, dass Sie nach Beendi=
gung Ihres Urlaubes vielleicht gleich die Münchenerreise an=
treten können, um hier Erfahrungen über Fortsetzung Ihres
schon außerordentlich reichen Bildermateriales zu pflegen.
Sie werden in meinen Mappen sowohl wie in denen einiger
einschlägiger Privatsammler und wohl auch im „Giftkasten” der
Staatsbibliothek so manches brauchbare Blättchen finden.
Es ist wohl eine schwere Arbeit, der Sie sich da wieder unter=
ziehen aber in München lebt man angenehm aber - teuer!
München, 3. X. 28.
Lieber Freund! Vorgestern nach München gekommen, finde
ich Ihre liebe Karte. Mir tut nur leid, dass ich nicht in Linz
bin, wenn Sie hinkommen. Mein Herbstplan wurde nämlich durch
die Schlußfeier des Dürerjahres in Nürnberg umgeworfen.
Wie Sie wissen, bin ich 26. 8. mit meinem Fräulein nach Karlsbad
gefahren, um die von meinem Leibmedikus, den Sie in Linz kennen
lernten, anbefohlene Kur zu absolvieren. Um halben September
war das erledigt, dann hieß es: Nachkurhalten und zwar sollte ich diese
wegen meiner durch die heißen Quellen etwas angegriffenen
Herzmuskeln im Gebirge abhalten. Da war ich dann 2 Wochen im
Pinzgau und in Salzburg (Stadt) und wollte eben nach Linz ab=
segeln, wie die Einladung kam, an den Schlußfestlichkeiten des
Dürerjahres als „Ehrenkonservator” (Pfleger) des Germ. Museums
teil zu nehmen. Das Wetter war gut, desgleichen mein
körperliches Wohlbefinden und so giengs statt westlich nach Linz
nordöstlich nach Nürnberg. Jetzt sitze ich hier von einem Berg
von Arbeit erwartet. Wenn Sie aber kommen, würds mich freuen
und laß ich Arbeit Arbeit sein. Ich denke, dass Sie nach Beendi=
gung Ihres Urlaubes vielleicht gleich die Münchenerreise an=
treten können, um hier Erfahrungen über Fortsetzung Ihres
schon außerordentlich reichen Bildermateriales zu pflegen.
Sie werden in meinen Mappen sowohl wie in denen einiger
einschlägiger Privatsammler und wohl auch im „Giftkasten” der
Staatsbibliothek so manches brauchbare Blättchen finden.
Es ist wohl eine schwere Arbeit, der Sie sich da wieder unter=
ziehen aber in München lebt man angenehm aber - teuer!