Peschka, Anton: Brief an Arthur Roessler. Ulrichsberg, 24.4.1922
Sonntag nach Ostern.
Lieber Herr Rößler.
Ich danke für ihren lieben Brief vom
Karsamstag 1922. Ich soll mich wegen der
Feuergöttin äußern! - Nicht ich verlangte
sie sondern Sie haben in ritterlicher Weiße
mir die Freude bereiten wollen. Wahrscheinlich
waren Sie damals mit dem Verkaufsp[r]eiß
zufrieden der nicht unter den damaligen Markt
wert war und Sie wißen daß ich Sie nicht
zum Verkauf verleiten wollte da Frau Berans
Anbot 15000 K war und ihre Forderung 30.000 K
circa wie mir erinnerlich oder noch mehr, Frau
Beran würde mir ja darüber berichten was
Sie überweisen ließ dafür. Zu gleicher Zeit kauften
wir von Merk[e]l ein sehr großes Hauptwerk
um circa 40.000 K. eine Krugtragende Frau
aus seiner besten Pariserzeit. Wenn Sie mir
heute 10 % geben so geben Sie mir soviel
worauf ich auch genauso wie damals ver=
zichte. Ich wollte ja nichts! - Sie wollten
mir ja eine Freude bereiten warum also
Geld - das unleidliche Geld! - Den Eckel
alles Menschlichen! - thun Sie wie Ihnen
beliebt! - Mit aufrichtigsten und besten
Grüßen an Sie und ihre liebe Frau Gemahlin ihr
Maler Anton Peschka.