Liebe Nichte Poldi! Deine schöne „Feuerbach”=
Ansichtkarte „Medea”, erhalten, sende ich Dir
meine neueste Ansichtkarte mit meinem
Cruzifixkopf nach meinem Cruzifix das ich im
Auftrag Seiner Excellen Franz Grafen Lamberg
für die Familiengruft modelliert hatte und
in Bronzeguß ausgeführt am Friedhof in Steÿr
ist. Seine Excellenz ließ dieses Werk von mir
schaffen nachdem seine Gattin gestorben war.
Zu meinem großen Leid folgte auch der Graf
bald seiner geliebten Lebensgefährtin im Tode.
Nun habe ich eine Photogaphie nach meinem
Cruzifix wie dieses noch in Gÿps war. Und von
dieser Photografie ließ ich kürzlich vergrößert
den Kopf abphotographieren.
Das Gypsmodell hatte ich [ver]zirter Bronzeimitation
bemalt; Du kennst es ja hieng ja an meiner
Atelier Wand bis es die Ehre hatte von unserer
Künstlergenossenschaft ausgebeten zu werden
um dort den Central zu schmücken des Krieger
Rekonvaleszentenheim unserer Genossenschaft.
So hieng es nun über der Kriegszeit dort wo
es zu gewißen Zeit wenn feierliche Messe war
den dazu errichteten Altar schmückte. Es haben
da 3 Bischöfe Messe gelesen. Der erste unser Bischof
Pifl. Da wurde immer von einer Gruppe des
Wiener Männergesang Verein die Schubert'sche
Messe gesungen. Onkel Emanuel Pendl
[seitlich rechts:] Wien 8./2. 1919
Ansichtkarte „Medea”, erhalten, sende ich Dir
meine neueste Ansichtkarte mit meinem
Cruzifixkopf nach meinem Cruzifix das ich im
Auftrag Seiner Excellen Franz Grafen Lamberg
für die Familiengruft modelliert hatte und
in Bronzeguß ausgeführt am Friedhof in Steÿr
ist. Seine Excellenz ließ dieses Werk von mir
schaffen nachdem seine Gattin gestorben war.
Zu meinem großen Leid folgte auch der Graf
bald seiner geliebten Lebensgefährtin im Tode.
Nun habe ich eine Photogaphie nach meinem
Cruzifix wie dieses noch in Gÿps war. Und von
dieser Photografie ließ ich kürzlich vergrößert
den Kopf abphotographieren.
Das Gypsmodell hatte ich [ver]zirter Bronzeimitation
bemalt; Du kennst es ja hieng ja an meiner
Atelier Wand bis es die Ehre hatte von unserer
Künstlergenossenschaft ausgebeten zu werden
um dort den Central zu schmücken des Krieger
Rekonvaleszentenheim unserer Genossenschaft.
So hieng es nun über der Kriegszeit dort wo
es zu gewißen Zeit wenn feierliche Messe war
den dazu errichteten Altar schmückte. Es haben
da 3 Bischöfe Messe gelesen. Der erste unser Bischof
Pifl. Da wurde immer von einer Gruppe des
Wiener Männergesang Verein die Schubert'sche
Messe gesungen. Onkel Emanuel Pendl
[seitlich rechts:] Wien 8./2. 1919