12.7.1930.
Meine liebe Frau Clara.
Ich komme eben zum Herrn Doktor und fin-
de ihn im Fortgehen - Besorgungen in der Stadt (wozu
er eine Sekretärin hat,weiss ich nicht,denn er macht
sich überhaupt alles selbst,was ich ihm auch eben
mitteilte) ,dann will er wieder zu Schwarzkopf,der
seit gestern vom Child-Spital in die Hartmanngasse
übersiedelt ist und an dem dort hoffentlich heute
die Augenoperation vollzogen wird. Sie können sich
nicht vorstellen,welcher Nervenkraft von Seiten
des Herrn Doktor und einer Anzahl von Aerzten es be-
durfte hatte,um ihn bis dahin zu bringen und es wäre
wirklich zu wünschen,wenn der Herr Doktor nach die-
ser Aufopferung beruhigt fortfahren könnte. Er hat
da wirklich nach jeder Richtung das Höchste an Freund-
schaft geleistet.-
Ich benütze,d.h. ich stehle dem Herrn
Doktor die Zeit - denn ich sollte Briefe kopieren -
um Ihnen,liebste Frau Clara,wieder ein paar Zeilen
zu schicken. Zuhause komme ich so s chwer dazu,es hat
sich jetzt in der Abreisewoche alles gegen mich ver-
schworen,eine Arbeit nach der andern,gar nicht zu
reden von Reisevorbereitungen,Kommissionen und aller-
lei Häusliches,das noch erledigt werden muss. Dabei
habe ich ständig Kopf-und Augenschmerzen,was mich
nervös macht.
Mit dem Befinden des Herrn Doktor bin
ich recht zufrieden,er sieht viel besser aus und ich
finde ihn auch ruhiger;er erzählte mir,dass er eben
mit Ihnen telefonisch gesprochen hat,hoffentlich ha-
ben auch Sie von ihm einen guten Eindruck gehabt.
Meine liebe Frau Clara.
Ich komme eben zum Herrn Doktor und fin-
de ihn im Fortgehen - Besorgungen in der Stadt (wozu
er eine Sekretärin hat,weiss ich nicht,denn er macht
sich überhaupt alles selbst,was ich ihm auch eben
mitteilte) ,dann will er wieder zu Schwarzkopf,der
seit gestern vom Child-Spital in die Hartmanngasse
übersiedelt ist und an dem dort hoffentlich heute
die Augenoperation vollzogen wird. Sie können sich
nicht vorstellen,welcher Nervenkraft von Seiten
des Herrn Doktor und einer Anzahl von Aerzten es be-
durfte hatte,um ihn bis dahin zu bringen und es wäre
wirklich zu wünschen,wenn der Herr Doktor nach die-
ser Aufopferung beruhigt fortfahren könnte. Er hat
da wirklich nach jeder Richtung das Höchste an Freund-
schaft geleistet.-
Ich benütze,d.h. ich stehle dem Herrn
Doktor die Zeit - denn ich sollte Briefe kopieren -
um Ihnen,liebste Frau Clara,wieder ein paar Zeilen
zu schicken. Zuhause komme ich so s chwer dazu,es hat
sich jetzt in der Abreisewoche alles gegen mich ver-
schworen,eine Arbeit nach der andern,gar nicht zu
reden von Reisevorbereitungen,Kommissionen und aller-
lei Häusliches,das noch erledigt werden muss. Dabei
habe ich ständig Kopf-und Augenschmerzen,was mich
nervös macht.
Mit dem Befinden des Herrn Doktor bin
ich recht zufrieden,er sieht viel besser aus und ich
finde ihn auch ruhiger;er erzählte mir,dass er eben
mit Ihnen telefonisch gesprochen hat,hoffentlich ha-
ben auch Sie von ihm einen guten Eindruck gehabt.