Portheim, Max von: Brief an Gustav Gugitz. Wien, 1.8.1915
ich heute entdeckte, daß sich der Theater=
Kalender G. s. D. seinem Ende nähert
und daß ich die Karsbader Cur demnächst
in Döbling vornehmen werde, habe ich
wirklich bez. meiner Wenigkeit alles
Erzählenswerthe mitgetheilt. Alles hat
für mich jetzt wenig Intresse gegenüber den
Ereignissen die wir erleben und die so
ziemlich, Gott sei gedankt, meinen Er=
wartungen entsprechen. Die Opfer, die zu
bringen sind, sind freilich hart; wie viele
arme Teufel, wie Sie d[ere]n gesehen haben,
mag es geben, und noch ärmere, ich meine die,
die auf Lebensdauer ein Andenken erhalten
haben. Von meiner Familie sind bereits zwei
verwundet und meine hiesigen Cousins
haben sich jetzt zu stellen, der eine, Victor,
(ich glaube, Sie kennen ihn) ist bereits „be
halten”.
Nochmals herzliche Grüsse von
Ihrem Max v. Portheim
Das Buch: Reisen u Beobachtungen etc. ist in
meinem Besitz; danke bestens jedoch für freundliche
Mittheilung.