Popper-Lynkeus, Josef: Brief an Vallerie Benedikt. Wien, 21.5.1915
Wien den 31. Mai 1915
Sehr geehrtes Fräulein!
Für Ihre freundlichen u. ernsten Zeilen
danke ich Ihnen bestens.
Ihr Besuch wird mir sehr ange=
nehm sein u. kann dazu dienen,
uns über die von Ihnen berühr=
ten Themen näher auszusprechen;
für Ihren Antrag, mir bei mei=
nen Arbeiten zu helfen, bin ich
Ihnen sehr verbunden; leider
kann ich aber keinen Gebrauch
davon machen. Der Grund ist
der: daß ich so schwerfällig
arbeite u. schreibe, resprective
formiere, daß ich nicht dictie=
ren kann u. immerfort die
Schreibarbeit durch Nachdenken
u. auch durch Lectüre unter=
brechen muß. Hinzu kommt,
daß ich keinen Tag dessen
gewiß bin, daß ich überhaupt