[Rotstift:] 291
Affaires Etrangères
Cabinet
du
Ministre
Paris, 20. VIII. 1932
Mein lieber Karl Kraus!
Durch den mächtigen Bürgermeister
von Biarritz erfahre ich, dass es Ihnen gut geht.
Wie und wo, sagt er nicht. Es kann Ihnen aber
unmöglich so gut gehen, seitdem Sie Ihren
Busenfeind Schober verloren haben. Einen zweiten
gibt es nicht. Zu diesem Trauerfall mein aufrichtiges
Beileid. Was sagt man doch von den Einwohnern
der kleinen Stadt Montbrison? „Les habitants de
Montbrison n'avaient qu'un volcan, et ils l'ont
laissé éteindre.″
Ich nehme an, Sie baden in Guétary. Im
Friedhof bei der hübschen alten Kirche schläft ein
Dichter, Toulet, der früh starb und den ich gut
gekannt hatte. Der Ort ist still und schön. Vielleicht
pilgern Sie einmal zu Toulet's Denkmal.
Hier raubt uns die Hitze Schlaf, Appetit und
Arbeitslust. Hoffentlich ist es dort kühler, wo Sie sind.
Mit herzlichstem Gruss meiner Frau
Ihr
Marcel Ray
11. avenue de Suffren, Paris VII.
Affaires Etrangères
Cabinet
du
Ministre
Paris, 20. VIII. 1932
Mein lieber Karl Kraus!
Durch den mächtigen Bürgermeister
von Biarritz erfahre ich, dass es Ihnen gut geht.
Wie und wo, sagt er nicht. Es kann Ihnen aber
unmöglich so gut gehen, seitdem Sie Ihren
Busenfeind Schober verloren haben. Einen zweiten
gibt es nicht. Zu diesem Trauerfall mein aufrichtiges
Beileid. Was sagt man doch von den Einwohnern
der kleinen Stadt Montbrison? „Les habitants de
Montbrison n'avaient qu'un volcan, et ils l'ont
laissé éteindre.″
Ich nehme an, Sie baden in Guétary. Im
Friedhof bei der hübschen alten Kirche schläft ein
Dichter, Toulet, der früh starb und den ich gut
gekannt hatte. Der Ort ist still und schön. Vielleicht
pilgern Sie einmal zu Toulet's Denkmal.
Hier raubt uns die Hitze Schlaf, Appetit und
Arbeitslust. Hoffentlich ist es dort kühler, wo Sie sind.
Mit herzlichstem Gruss meiner Frau
Ihr
Marcel Ray
11. avenue de Suffren, Paris VII.