Univ.Prof.Dr. Josef Redlich
Minister a.D.
Wien, 25. Juni 1926
XIX.Armbrustergasse 15
Sehr verehrte Freunde !
Ich weiss nicht, ob schon durch Mitteilung in den ameri-
kanischen Zeitungen Ihnen eine Nachricht zugekommen ist, von welcher
ich glaube, dass sie auch Ihnen nicht uninteressant sein wird. Ich
bin zu Beginn dieses Monates von der Rechtsfakultät der Harvard Uni-
versität auf einen für mich besonders errichteten Lehrstuhl als Pro-
fessor des vergleichenden öffentlichen Rechtes berufen worden und
habe mit Freuden dieser mich auszeichnenden Berufung zunächst Zusa-
ge für die Dauer von drei Jahren geleistet.
Ich werde daher zu Beginn des akademischen Jahres in
Cambridge eintreffen und wenige Wochen später wird auch meine Frau
mit meinen Kindern dahin nachfolgen. Meine damit erfolgende Ueber-
siedlung zu dauernder Tätigkeit in Amerika ist natürlich ein gros-
ses Ereignis in meinem Leben. Es ist mir auch deshalb so erfreu-
lich, weil ich auf diese Weise meine zahlreichen Freunde in Amerika
wiedersehen kann, unter and ren auch Sie beide, früher oder später
wird sich doch die Gelegenheit eines Besuches in Philadelphia er-
geben. Einstweilen werde ich nach wenigen Tagen Aufenthalt in New-
York mich nach Cambridge begeben und sogleich meine ganze Kraft
meiner Tätigkeit dort widmen.
Minister a.D.
Wien, 25. Juni 1926
XIX.Armbrustergasse 15
Sehr verehrte Freunde !
Ich weiss nicht, ob schon durch Mitteilung in den ameri-
kanischen Zeitungen Ihnen eine Nachricht zugekommen ist, von welcher
ich glaube, dass sie auch Ihnen nicht uninteressant sein wird. Ich
bin zu Beginn dieses Monates von der Rechtsfakultät der Harvard Uni-
versität auf einen für mich besonders errichteten Lehrstuhl als Pro-
fessor des vergleichenden öffentlichen Rechtes berufen worden und
habe mit Freuden dieser mich auszeichnenden Berufung zunächst Zusa-
ge für die Dauer von drei Jahren geleistet.
Ich werde daher zu Beginn des akademischen Jahres in
Cambridge eintreffen und wenige Wochen später wird auch meine Frau
mit meinen Kindern dahin nachfolgen. Meine damit erfolgende Ueber-
siedlung zu dauernder Tätigkeit in Amerika ist natürlich ein gros-
ses Ereignis in meinem Leben. Es ist mir auch deshalb so erfreu-
lich, weil ich auf diese Weise meine zahlreichen Freunde in Amerika
wiedersehen kann, unter and ren auch Sie beide, früher oder später
wird sich doch die Gelegenheit eines Besuches in Philadelphia er-
geben. Einstweilen werde ich nach wenigen Tagen Aufenthalt in New-
York mich nach Cambridge begeben und sogleich meine ganze Kraft
meiner Tätigkeit dort widmen.