Reiter, Josef: Brief an Max von Millenkovich-Morold. Wien, 20.2.1917
Wien 20. 11. 1917
Liebster Max!
Ich habe nun Musik und Regiebuch vom
„Bauer als Millionär” genauest studiert und
bin zu folgendem Schluße gekommen. Die Musik
ist in vorliegender Form so armselig und dürftig,
daß sie für unseren Geschmack und namentlich
fürs Burgtheater unmöglich ist. Die bekannten
Liedeln: Brüderlein fein, Aschenlied u. s. w. müssen
natürlich bleiben; alle andere Musik als die
zahlreichen Verwandlungsmusiken und Melodramen
müssen neu gemacht werden. Für diese Arbeit
brauche ich zwei Wochen Zeit. Es ist daher drin=
gend notwendig, daß ich mich baldmöglichst mit
dem Regisseur ins Einvernehmen setze, vielleicht
unter Zuziehung des Dekorationsmalers.
Desgleichen muß ich baldigst wissen, welche
Liedeln Girardi singt und in welcher Tonart.