Liebster Max! In diesen Tagen, da unser
armes, verblendetes Volk in Jammer und Schmach
versunken ist und täglich in unfaßbarer
Tollheit seine Ehre besudelt, kann man gar
nicht zu dem Gefühl kommen, daß es je noch
einmal wirkliches Glück geben könne
und das übliche Glückwünschen empfinde
ich fast als einen Cynismus. Und so kann
ich auch Dir eigentlich nichts Anderes wün=
schen, als was ich mir selber und allen
guten Deutschen wünsche, daß wir nicht
in den Wirbel des Unheils hineinge=
zogen werden, den Kopf hochhalten können
und gesund bleiben, auf daß wir,
wenn der Sturm der Unvernunft vorüber=
gebraust ist, wieder auf unserem Posten
stehen können.
Sage der lieben Mutter das Aller=
schönste und Herzlichste von mir
und sei herzlichst gegrüßt
von Deinem alten
Sepp.
2/1 1919
armes, verblendetes Volk in Jammer und Schmach
versunken ist und täglich in unfaßbarer
Tollheit seine Ehre besudelt, kann man gar
nicht zu dem Gefühl kommen, daß es je noch
einmal wirkliches Glück geben könne
und das übliche Glückwünschen empfinde
ich fast als einen Cynismus. Und so kann
ich auch Dir eigentlich nichts Anderes wün=
schen, als was ich mir selber und allen
guten Deutschen wünsche, daß wir nicht
in den Wirbel des Unheils hineinge=
zogen werden, den Kopf hochhalten können
und gesund bleiben, auf daß wir,
wenn der Sturm der Unvernunft vorüber=
gebraust ist, wieder auf unserem Posten
stehen können.
Sage der lieben Mutter das Aller=
schönste und Herzlichste von mir
und sei herzlichst gegrüßt
von Deinem alten
Sepp.
2/1 1919