Rieger, Erwin: Brief an Arthur Roessler. Salzburg, 27.1.1920
ERWIN RIEGER
Lieber, verehrter Herr Rössler,
vielen Dank für Ihren Brief und die Uebersendung der Sonette Maria
Stuarts. Wann soll diese Arbeit fertig sein? Ich sende Ihnen diesen
Brief durch meine Schwester und zugleich das Buch, worin Sie die
" Princesse de Montpensier ", über die ich Ihnen letzhin schrieb, finden
können. Vielleicht sind Sie so gut und schicken mir das Bändchen bald
wieder zurück, weil ich nicht will, dass man es hier vermisst.
Ich erwarte mit Freude wieder Nachricht von Ihnen und würde auch, wenn
das geht, gern ein Exemplar des Mallarmé haben. Da Sie vier Ab-
schriften besitzen, können Sie ja vielleicht die schlechteste entbehren.
Was machen Sie und warum kommen Sie nicht? Ich fahre morgen für einige
Tage nach München, wenn Sie mir dort etwas zu bestellen haben, das
heisst, wenn ich dort etwas für Sie ausrichten soll, so ist meine
Adresse: bei Mosse, Leopoldstrasse 108. Spätestens nächsten Montag bin
ich wieder hier. Wissen Sie vielleicht ob Hlawa meine Zeichnungen
schon fertig und abgeliefert hat? Das Bändchen soll im März erschein-
nen, doch ist in meinem Vertrag die Bedingung aufgenommen, dass Hlawa
rechtzeitig fertig wird. Bitte, empfehlen Sie mich Herrn Brüll, der
mich ohne jede Nachricht auf meine letzte Karte lässt. Ihrer Frau Ge-
mahlin ergebenste Handküsse. Ich bin stets Ihre sehr ergebener
ERieger
Salzburg, 27. Ⅰ. 20.
[Wasserzeichen:] COMMERCIAL
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