Sklarek, Elisabet: Brief an Elise Richter. o.O., 28.2.1915
Kellner beginnen jetzt deutsch zu sprechen. -
Alice habe ich lange nicht gesehen, nur telefonisch
spreche ich sie öfter; nun hat ja Franz auch seine
Matura gemacht; ich freue mich, daß er es hinter
sich hat. -
Leben Sie recht wohl alle beide. Alles, alles Gute
und Liebe für Sie beide! Ihre Elisabet.
Liebe Elise,
auch von mir recht herzliche Geburtstagswün-
sche! Möchte das kommende Jahr all die Wünsche, die
Sie (und wir alle) haben, in Erfüllung bringen. Es sind
nun 7 Monate seit wir uns gesehen haben! Wie hat sich,
seitdem alles verändert und was alles haben wir erlebt!
Für mich ist noch eine Rettung, dass durch „dienstliche″ Berufs-
pflichten wenigstens ein Teil des Tages „besetzt″ ist. Möglichst we-
nig denken und möglichst viel arbeiten, so kommt man allen-
falls durch. Es gibt mir auch eine gewisse Befriedigung, dass
ich so, wenigstens in der Heimat, der grossen Sache dienen kann.
Sonst stünde ich ganz abseits. Von „Wissenschaft″ ist natürlich
keine Rede, es fehlt das Interesse, die Sammlung, die Ruhe. Es
wird einem ganz schwer vorzustellen, dass es auch andere, fried-
lichere Zeiten geben könnte. Aber einmal muss ja alles ein En-
de haben. Auch an Helene herzliche Grüsse, wie auch an Tante
Pauline. Immer, Ihr
Peter.