Dr. Peter Rosegger
Graz.
5. Febr. 1914.
Lieber Freund!
In Folge Deiner Intervention hat sich
zwischen Dr. Decsey und mir ein Brief=
wechsel ergeben, von ihm selbst begon=
nen, in welchem er Alles, was wir von
seiner Seite als Mißwollen empfanden,
ganz anders darstellt u. besonders
leugnet, den Theaterdirektor beein=
flußt, gewissermassen ge=
drängt zu haben, zur Beigabe des
zweiten Stückes. Ohne Dich natürlich
als Gewährsmann zu nennen, hatte
ich mich nämlich in meinem Brief an
D. darüber beschwert.
Die heftigen und groben Briefe
Decseys haben meine Meinung über
sein Mißwollen nicht abgeschwächt,
sondern verstärkt. Ist er über=
zeugt von der völligen Wertlosigkeit
der Oper, so hat er ja das Recht, sie
zu verurteilen. Aber dann muß
er diese Verurteilung sachlich und
freimütig, Punkt für Punkt, öffent=
lich begründen, damit das Publikum
Graz.
5. Febr. 1914.
Lieber Freund!
In Folge Deiner Intervention hat sich
zwischen Dr. Decsey und mir ein Brief=
wechsel ergeben, von ihm selbst begon=
nen, in welchem er Alles, was wir von
seiner Seite als Mißwollen empfanden,
ganz anders darstellt u. besonders
leugnet, den Theaterdirektor beein=
flußt, gewissermassen ge=
drängt zu haben, zur Beigabe des
zweiten Stückes. Ohne Dich natürlich
als Gewährsmann zu nennen, hatte
ich mich nämlich in meinem Brief an
D. darüber beschwert.
Die heftigen und groben Briefe
Decseys haben meine Meinung über
sein Mißwollen nicht abgeschwächt,
sondern verstärkt. Ist er über=
zeugt von der völligen Wertlosigkeit
der Oper, so hat er ja das Recht, sie
zu verurteilen. Aber dann muß
er diese Verurteilung sachlich und
freimütig, Punkt für Punkt, öffent=
lich begründen, damit das Publikum