Rosegger, Peter: Brief an Wilhelm Kienzl. Graz, 17.11.1915
Dr. Peter Rosegger
Graz. 17. Nov. 1915.
Lieber Freund!
Während Du zu Wien dem süssen
Jubel lebst, liege ich zu Graz im
Bett und huste auf die ganze
Welt. Nur der Sepp Summer, x) der
arme Einfuß, den Du mir geschickt
hast, liegt mir zur Zeit im Sinn,
ich soll einige Zeilen für sein nächstes
Konzert schreiben. Ich verstehe nichts von
Musik, daher wollte ich über Einiges
Deine Meinung hören, besonders
darüber, ob man den Invaliden
ermuntern darf, in der weiten
Welt - so weit sie eben für uns
noch ist - alpine Volksliedeln
zu singen. Echt ist sein Singen,
echt auch das Lied, aber ob die