Linz, 28. X 1917
Hochgeehrter Herr Hofrat!
Es ist schon eine geraume Zeit verflossen, daß ich
Ihren liebenswürdigen Brief erhalten habe. Ent=
schuldigen Sie, wenn ich erst heute dazu komme,
Ihnen meinen besten Dank dafür auszusprechen.
Ich habe viel seelisches Leid durchgemacht. Sobald
mein werter Landsmann Reiter nach Linz kommt,
werde ich ihm das dunkle Geheimnis erschließen und ihm
sagen, daß mich am 29. ein tiefinnerer Schmerz
nach Klagenfurt getrieben und daß ich dort, kaum
angekommen, am 2. Juli von einer schweren Krank=
heit, einer doppelseitigen Lungenentzündung, ergriffen
wurde. Die beiden beratenden Ärzte hatten mich bereits
aufgegeben, schon stand der Todesengel an meinem Lager,
aber in Erwägung, daß mein Tagewerk noch nicht vollendet
Hochgeehrter Herr Hofrat!
Es ist schon eine geraume Zeit verflossen, daß ich
Ihren liebenswürdigen Brief erhalten habe. Ent=
schuldigen Sie, wenn ich erst heute dazu komme,
Ihnen meinen besten Dank dafür auszusprechen.
Ich habe viel seelisches Leid durchgemacht. Sobald
mein werter Landsmann Reiter nach Linz kommt,
werde ich ihm das dunkle Geheimnis erschließen und ihm
sagen, daß mich am 29. ein tiefinnerer Schmerz
nach Klagenfurt getrieben und daß ich dort, kaum
angekommen, am 2. Juli von einer schweren Krank=
heit, einer doppelseitigen Lungenentzündung, ergriffen
wurde. Die beiden beratenden Ärzte hatten mich bereits
aufgegeben, schon stand der Todesengel an meinem Lager,
aber in Erwägung, daß mein Tagewerk noch nicht vollendet