Wien, 8.Mai 1924
Sehr verehrter Herr Doktor,
Ihr freundlicher Einladungsbrief hat
mich leider nicht in Wien getroffen. So ist es mir zu meinem
grössten Bedauern unmöglich gewesen, dem Vortrag des Herrn
Prälaten Seipel und dem Empfang beizuwohnen und dadurch bin
ich um die mir wertvolle Gelegenheit gekommen, mit den hervor-
ragenden und mir ausserordentlich interessanten Persönlichkeiten
der katholischen Welt in Fühlung zu treten. Leider ist es mir
auch nach dem Sonntag bisher nicht möglich geworden, zu einem
der Vorträge zu gehen, wobei mich der Vortrag des Grafen
Apponyi, Ihr Vortrag und der Vortrag des P.Alois Mager beson-
ders interessiert hätte. Ich hoffe aber, noch morgen Freitag
zu dem Vortrag des Professor Dr. Eibl gelangen zu können. Je-
denfalls nehmen Sie, verehrter Herr Doktor, und das veran-
staltende Komitee den Ausdruck meines ergebensten und herz-
lichsten Dankes für Ihre freundliche Einladung entgegen, in
der ich nicht so sehr den Ausdruck einer persönlichen Schätzung
für mich, als vielmehr den Beweis einer grossen, umfassenden
und im wahren Sinne des Wortes freien Denkungsart erblicke und
die mich deshalb doppelt freut.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Felix Salten
Sehr verehrter Herr Doktor,
Ihr freundlicher Einladungsbrief hat
mich leider nicht in Wien getroffen. So ist es mir zu meinem
grössten Bedauern unmöglich gewesen, dem Vortrag des Herrn
Prälaten Seipel und dem Empfang beizuwohnen und dadurch bin
ich um die mir wertvolle Gelegenheit gekommen, mit den hervor-
ragenden und mir ausserordentlich interessanten Persönlichkeiten
der katholischen Welt in Fühlung zu treten. Leider ist es mir
auch nach dem Sonntag bisher nicht möglich geworden, zu einem
der Vorträge zu gehen, wobei mich der Vortrag des Grafen
Apponyi, Ihr Vortrag und der Vortrag des P.Alois Mager beson-
ders interessiert hätte. Ich hoffe aber, noch morgen Freitag
zu dem Vortrag des Professor Dr. Eibl gelangen zu können. Je-
denfalls nehmen Sie, verehrter Herr Doktor, und das veran-
staltende Komitee den Ausdruck meines ergebensten und herz-
lichsten Dankes für Ihre freundliche Einladung entgegen, in
der ich nicht so sehr den Ausdruck einer persönlichen Schätzung
für mich, als vielmehr den Beweis einer grossen, umfassenden
und im wahren Sinne des Wortes freien Denkungsart erblicke und
die mich deshalb doppelt freut.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Felix Salten