Schaeffer, Albrecht: Brief an Käthe Braun-Prager. Hannover, 25.4.1914
Hannover 25. 4. 14.
Oeltzenstr. 2.
Liebes Fräulein Braun:
Gerne schreibe
ich Ihnen ein Wort in das »Schicksal«,
wenn Sie es wuenschen! - Aber mit Ihren
Sendungen hat es eine merkwuerdige Konfu-
sion gegeben, indem ich zuerst einen Brief
mit 6 Freimarken bekamm (Aber Kind, Sie
sind ja genau wie der gute Felix! Solch ein
Aufheben um 6 Groschen! uebrigens stimmte
es genau.), dann das Paket (als Drucksache
haette es die Haelfte Porto u. Umstaende
gekostet, welche Geschaeftsuntuechtigkeit!),
schliesslich heute Ihren ersten Brief, aus
Hamburg zurueckgeschickt, wohin nachgesandt
er mich nicht mehr erreichte.
Schoen ist es aber, herrlich schoen u. herz-
erfreuend. Es gefaellt mir natuerlich sehr,
dass das Stueck solchen Eindruck auf Sie machte.
Dass der gute Jason Ihnen lieb werden wuerde,
das wusst ich; noch keiner hat sich ihm
entziehen koennen. Die Irene wird Ihnen
spaeter einmal in meinem Roman begegnen
u. Ihnen dann gewiss lieber sein. Der Weglass-
Stil des Dramas ist schuld, dass manches fehlt.
Dank fuer die Anmerkungen! Ad 1.: der
froehliche Landmann von Schubert ist ein Schreib-
fehler. Ad 2: »Ich wer Licht machen« ist nord-
deutscher, eigtl. Berlinischer Jargon.