Schalk, Franz: Brief an Wilhelm Kienzl. Wien, 13.10.1914
WIEN
XIII. HÜGELGASSE, 10.
13. Okt. 914.
Hochverehrter Freund!
Ihre lieben Zeilen waren mir als ein nach
längerer Zeit zugekommenes Lebens- u. Freundschafts-
zeichen auf das herzlichste willkommen. Ich freue
mich aus ihnen zu entnehmen, dass Sie auch in diesen
Zeiten thätig u schaffend auf Ihrer Künstler-
bahn fortschreiten. Je grösser draussen der Lärm,
desto kostbarer innen Friede u. Sammlung.
Auf den schönen grünen Rücken mag Ihnen das
leichter fallen. -
Es bedarf selbstverständlich keiner besonderen Versicherung,
dass ich Ihr neus Stück kennen zu lernen auf's
lebhafteste wünsche. Lassen Sie bitte mir es schnellstens
zukommen; denn obgleich ich im Augenblick keine
Möglichkeit sehe es in unserm längst schon fertigen
u. diesmal sehr restringierten Programm aufzu-