Schnitzler, Arthur: Brief an Raoul Auernheimer. Wien, 10.12.1923
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10.12.1923.
DR. ARTHUR SCHNITZLER
WIEN, XVIII. STERNWARTESTRASSE 71.
lieber Herr Doctor Auernheimer
Beifolgenden Brief möchte ich an
die Staatstheaterkasse senden und frage an,ob
Sie mitunterschreiben wollen. Anlass zu diesem
Briefe bildet,wie Ihnen bekannt,die Differenz
zwischen den mir von der Kasse verrechneten
Tantiemen und den der Direktion vorgelegten
Rapporten. Das darauf bezügliche Blatt lege ich
zur Aufklärung bei.
Es ist mit grösster Wahrscheinlich-
keit anzunehmen,dass in den Abrechnungen
für Ihre Stücke sich ähnliche Unbegreiflich-
keiten finden dürften.
Verpflichtung der Staatstheater-
kasse ist es natürlich sofort die gewünschten
Aufstellungen an uns zu senden,da den
Autoren gegenüber der Standpunkt jenes Kassa-
beamten vis-a-vis Direktor Paulsen,der zwei
differierende Abrechnungen für den gleichen
Abend und auf Reklamation die Antwort erhielt,
es kümmere ihn doch nicht,ob zwei Millionen
mehr oder weniger in der Kasse seien,kaum
haltbar sein dürfte.
Sollte es sich als notwendig er-
weisen,so möchte ich eventuell,Ihr Einver-
ständnis vorausgesetzt, die Angelegenheit ge-
meinsam durch meinen Rechtsanwalt (Dr.Norbert
Hoffmann) weiterführen lassen.
herzlichst grüßen[d]
Ihr Arthur Schnitzler