Schönberg, Arnold: Postkarte an Josef Polnauer. Berlin, 21.12.1914
Lieber Polnauer, ich weiß zwar nicht, ob Sie sich noch für mich und
meine Wünsche interessieren, denn Sie haben mir seit langem
kein Zeichen davon gegeben. Trotzdem möchte ich Sie um eine
kleine Gefälligkeit ersuchen. Wenn Sie aber keine Zeit oder Lust
dazu haben, so geben Sie den Auftrag weiter an irgend einen Diener
der Universal-Edition. Ich werde ihm schon ein kleines Trinkgeld schicken.
Nämlich: ich habe seit mehreren Monaten so große Lust ein Glas österreichischen
Wein zu trinken. (Wer weiß, wann ich wieder nach Wien komme! Ich sende
Ihnen daher per Postanweisung 4 Kronen und möchte dafür gerne zwei Liter
Haugsdorfer-Wein aus dem Rathauskeller à 1 Kr 60. Der Rest ist
für Verpackung. Er soll unfrankiert und unverzollt geschickt werden.
Das ist mir wichtig, weil ich genau wissen will, was es kostet, um eventuell
nachbestellen zu können. Bitte, wenn Sie das überhaupt ausführen wollen,
dann wörtlich so!! Wenn Sie sonst Spesen darauf haben, bitte ich Sie drin=
gendst (ich verlasse mich auf Sie; zum letzten Mal!) sie mir zu nennen,
damit ich sie Ihnen zurückerstatten kann. Besten Dank je=