Schönberg, Arnold: Brief an Georg Schönberg. New York, NY, 2.7.1934
ARNOLD SCHOENBERG
HOTEL ANSONIA
BROADWAY 73RD STR
NEW YORK CITY
2.VII.1934
Liebster Görgi,seit meinem Brief vom 10.Vi. und meiner
Geldsendung(40$-592Frcs)habe ich nichts von dir ge-
hört und da ich selbst genung Sorgen habe,nicht daran
gedacht,dir wieder etwas zu schicken.Du musst mir meine
Geldsendungen immer sofort bestättigen,denn deine
bestättigung erinnert mich daran,dir wieder etwas zu
schicken,sonst ist es nicht meine Schuld,wenn ich ver-
gesse. - Ich habe noch immer kein einziges Engagement
-weder Konzert noch Schule fürs nächste Jahr und bin
noch ganz unklar,wovon wir leben werden.
Sonst ist nichts Neues bei uns.Ausser dass Nuria im-
mer heziger wird.Aber das ist ja nichts Neues.
Ich werde dir morgen wieder $40 schicken.Aber bitte,
bestättige sofort.
Leider kann ich dem Göhr vorläufig noch nichts sagen.
Dieser Schilkret(das ist derselbe,der ja dich auch herü-
berbringen wollte,hat soviel zu tun,dass er nicht zu mir
kommen kann.
Mir haben sich in den letzten 3 Wochen wieder wenigstens
5 Aussichten zerschlagen. Ƒ
Also schreibe sofort.Hoffentlich gehts euch allen
gut.Viele Pussi der kleinen Trudi auch von der Nuria.
Viele Grüsse deiner Frau,die nie ein Wort schreibt!!
Viele Grüsse und Küsse dein Papa
ArnoldSchoenberg
Aber ich gebe die
Hoffnung noch lange
nicht auf. Auch für
Dich nicht. Das kann
über Nacht kommen!