PROFESSOR D. SIMONSEN
KJØBENHAVN | COPENHAGEN
DANMARK
K. 1/5 1924.
SKINDERGADE 28
Hochverehrter Herr Hofrat:
Ihr w/ Schreiben beeile ich mich zu beantworten,um Ihnen
sofort für freundliche Zusendung Ihres Börne zu danken. Merkwürdi-
gerweise habe ich dieses Buch nie in Händen gehabt, und habe es ge
wissermassen auch jetzt nicht, da in dem mir freundlich geschikten
Exemplare der Bogen 353-67 fehlt (wahrscheinlich ist dies der
Grund, dass dies Exemplar bei Ihnen liegen geblieben ist). Sie er-
zählten von der verlorenen Handschrift. Etwas ähnliches war meinem
einstigen Lehrer passiert, einige Jahre, bevor ich nach Breslau
kam. Er hatte sein mit grösster Gelehrsamkeit gefüllte erstes gros
se Buch über das vierte Makkabäerbuch druckfertig gemacht und ging
auf die Stadtbibliothek um ein paar Zitate zu verifizieren. Beim
Weggehen regnete es und schiebt das Manuskript unter die Weste,
kommt aber nach hause ohne das Ms., das trotz aller Bekanntmachun-
gen nie abgeliefert wurde "und ein grosser Teil gelehrten Zeuges
ist dabei der Welt verloren gegangen". Selbst habe ich beim Einzug
vom Landeaufenthalt vor 8 Jahren ein Packet das neben gedruckten
Büchern auch ein mir sehr wertvolles Notizbuch [enthielt] verlieren müssen.
Es ist mir immer noch unverständlich warum der Finder sich nicht
den Duzör geholt hat. Die Welt wird hoffentlich aber weitergehen,
da ich nicht vermute, dass das Verschwinden meines Notizenbuches
veranlasst haben wird, dass die Sommer hier in den letzten Jahren
kälter geworden sind.
Auch deshalb möchte ich Ihnen sofort schreiben, weil
ich inzwischen mit Redaktör Carl Behrens gesprochen habe. Er sagte
KJØBENHAVN | COPENHAGEN
DANMARK
K. 1/5 1924.
SKINDERGADE 28
Hochverehrter Herr Hofrat:
Ihr w/ Schreiben beeile ich mich zu beantworten,um Ihnen
sofort für freundliche Zusendung Ihres Börne zu danken. Merkwürdi-
gerweise habe ich dieses Buch nie in Händen gehabt, und habe es ge
wissermassen auch jetzt nicht, da in dem mir freundlich geschikten
Exemplare der Bogen 353-67 fehlt (wahrscheinlich ist dies der
Grund, dass dies Exemplar bei Ihnen liegen geblieben ist). Sie er-
zählten von der verlorenen Handschrift. Etwas ähnliches war meinem
einstigen Lehrer passiert, einige Jahre, bevor ich nach Breslau
kam. Er hatte sein mit grösster Gelehrsamkeit gefüllte erstes gros
se Buch über das vierte Makkabäerbuch druckfertig gemacht und ging
auf die Stadtbibliothek um ein paar Zitate zu verifizieren. Beim
Weggehen regnete es und schiebt das Manuskript unter die Weste,
kommt aber nach hause ohne das Ms., das trotz aller Bekanntmachun-
gen nie abgeliefert wurde "und ein grosser Teil gelehrten Zeuges
ist dabei der Welt verloren gegangen". Selbst habe ich beim Einzug
vom Landeaufenthalt vor 8 Jahren ein Packet das neben gedruckten
Büchern auch ein mir sehr wertvolles Notizbuch [enthielt] verlieren müssen.
Es ist mir immer noch unverständlich warum der Finder sich nicht
den Duzör geholt hat. Die Welt wird hoffentlich aber weitergehen,
da ich nicht vermute, dass das Verschwinden meines Notizenbuches
veranlasst haben wird, dass die Sommer hier in den letzten Jahren
kälter geworden sind.
Auch deshalb möchte ich Ihnen sofort schreiben, weil
ich inzwischen mit Redaktör Carl Behrens gesprochen habe. Er sagte