Lusy, Marino M.: Brief an Artaria und Compagnie. Genf, 16.12.1917
Genf 16. XII. 17
Hôtel National
Sehr geehrter Herr.
Seit langer Zeit ohne Ihre Nach-
richten, hoffe ich, daß es Ihnen allen gut geht.
Von mir kann ich Ihnen nichts neues erzählen.
Ich habe den Sommer + einen großen Teil d.
Herbstes im Wallis verbracht + kehre nach
Weihnachten ins Gebirge zurück. Wie Sie sehen
führe ich ein ziemlich wildes Leben.
Die Kunst ruht fast vollkommen. Dafür studie-
re ich fleissig japan. Sprache + Literatur.
Auch heuer wollen Sie nur keine Abrechnung
zuschicken. Hoffentlich werden wir dies bald
in Wien zusammen erledigen.
Daß unser liebes Triest wieder in Sicherheit
ist, freut mich unendlich. Ich hatte stets ein
unerschütterliches Vertrauen in unsere Truppen +
deren Führung. Wie wir gesehen haben in Übermaß
gerechtfertigt.
Würden Sie einige Skizzen von Artillerie-Gefechten
die ich vor 2 1/2 Jahren gemacht habe, eventuell
interessieren? Hoffentlich hat es keine Schwierig-
keiten mit dem Hinübersenden. Jedenfalls