Oppenheimer, Max: Brief an Arthur Roessler. Paris, 29.11.1923
Paris, le 29. novembre 1923
2. Rue Perronet.
Lieber Herr Roeßler!
Seit geraumer Zeit warte ich auf eine Nachricht von
Ihnen den Hagenbund betreffend. Ich muß auf einige
Monate voraus sehen können um eine Austellung zu or=
ganisieren, schon wegen der Frachten und dann um die Bilder
die überall zersträut sind einzufordern; dies alles braucht Zeit
und arbeit; ohne einen ganz sicher festgestellten Termin
kann man nicht einmal die Vorarbeiten unternehmen. Mein
großes Bild geht im nächsten Jahr nach Meiland, mit noch
andern Bildern und Zeichnungen e e. Vorher oder auch nach dieser
Ausstellung könnten die Sachen in Wien gezeigt werden.
Würden Sie also die Liebenswürdigkeit haben und der Hagenbund
leitung nahelegen, daß man mir einen genauen Termin
festsetzt, natürlich nicht Juli - August - Vorher oder
Nachher wäre mir ganz gleich und wenn Sie noch im Besitze
meines letzten Schreibens sind entnehmen Sie Angaben die
sich zu wiederholen erübrigt. - Das Orchester macht hier
ein gewisses Aufsehen und ich erlaube mir Ihnen gleichzeitig
eine Fotographie desselben zu übersenden. - Ich könnte hier
Schüler haben soviel ich wollte und glauben Sie es mir
von den besten, selbst Maler von Ruf möchten gewisse tech=
nische Mittel kennen lernen, die ich mir mühevoll und lang=
sam aneignete z. Bsp. den Wasserstrich d. h. Tempera in
noch nicht trokene Oelfarbe, so zeichnet man auf Bildern -
ohne die Farbe zu zerquälen. Seit dem 16 Jahrhundert wurde
solches nicht mehr gemacht und für solche, die die Malerei