Wenn ich übrigens sage: Herr Mayer schien es mit
den Karl Kraus-Aufsätzen nicht so eilig zu haben - :
so soll das keine Anschuldigung, keine Beschwerde
sein. Ich kam zu ihm gerade im ungünstigsten Mo-
ment, vor der Revolution, ja vor dem deutschen Friedens-
angebot - u. er ersuchte mich um Bedenkzeit; viel-
leicht hätte er vierzehn Tage später für diese ver-
meintlich „theoretischen” Aufsätze mehr Interesse auf-
gebracht. Herr Mayer ist der Praktikus des Ver-
lages; der Verlag verdankt ihm wohl den großen
geschäftlichen Aufschwung; und deshalb ist Herr
Mayer - logischer Weise - ein wichtiger Mann beim
Verlage.
In Dresden hat sich Herr Bernstein, Schauspieler
u. Regisseur, u. Mann der bei uns engagierten Schau-
spielerin Schaffer, mit einem Vorschlag an mich
gewendet, den ich Ihnen, hochverehrter Herr Kraus
unterbreiten muß. Ich hätte es schon vor Tagen getan,
wenn ich nicht - für einige Tage bei meiner Frau zu Besuch -
schon wieder mit hohem Fieber zu Bett läge!! -
Herr Bernstein war bis jetzt - drei Jahre lang - im
Felde. Seine erste Lebensäußerung als eines freien Mannes
soll ein Karl Kraus=Abend in Dresden sein. Er will
Dichtungen von Karl Kraus sprechen, u. ich soll
eine einleitende Vor=Rede halten. Ich würde diese
Gelegenheit mit Freuden ergreifen, um gerade
in diesem Augenblick Ihre Idee vor deutscher Öffent=
den Karl Kraus-Aufsätzen nicht so eilig zu haben - :
so soll das keine Anschuldigung, keine Beschwerde
sein. Ich kam zu ihm gerade im ungünstigsten Mo-
ment, vor der Revolution, ja vor dem deutschen Friedens-
angebot - u. er ersuchte mich um Bedenkzeit; viel-
leicht hätte er vierzehn Tage später für diese ver-
meintlich „theoretischen” Aufsätze mehr Interesse auf-
gebracht. Herr Mayer ist der Praktikus des Ver-
lages; der Verlag verdankt ihm wohl den großen
geschäftlichen Aufschwung; und deshalb ist Herr
Mayer - logischer Weise - ein wichtiger Mann beim
Verlage.
In Dresden hat sich Herr Bernstein, Schauspieler
u. Regisseur, u. Mann der bei uns engagierten Schau-
spielerin Schaffer, mit einem Vorschlag an mich
gewendet, den ich Ihnen, hochverehrter Herr Kraus
unterbreiten muß. Ich hätte es schon vor Tagen getan,
wenn ich nicht - für einige Tage bei meiner Frau zu Besuch -
schon wieder mit hohem Fieber zu Bett läge!! -
Herr Bernstein war bis jetzt - drei Jahre lang - im
Felde. Seine erste Lebensäußerung als eines freien Mannes
soll ein Karl Kraus=Abend in Dresden sein. Er will
Dichtungen von Karl Kraus sprechen, u. ich soll
eine einleitende Vor=Rede halten. Ich würde diese
Gelegenheit mit Freuden ergreifen, um gerade
in diesem Augenblick Ihre Idee vor deutscher Öffent=