13.2.31
Mein lieber Dr. Polnauer, mir ist, bald nachdem wir uns gestern getrennt
hatten – Ihr Besuch in der Probe war mir eine große Freude – eine Idee
gekommen, die Sie vielleicht als ganz diabolisch bezeichnen werden. Aber
sie läßt mich nicht mehr los u. so sei sie denn – „frisch gewagt“ ist,
sagen wir, ganz gewonnen – ausgesprochen: nämlich, ich
lade Sie hiemit feierlichst ein, d. h. ich bitte Sie herzlichst darum,
bei meiner Aufführung des „Deutschen Requiems“ im Chor als
Tenor mitzusingen. Ja, welch' ein Gewinn, wenn Sie da
z. B. in den Fugen mit Allgewalt eingreifen würden
wie 10 Trompeten! Nun was sagen Sie?
Ich höre Sie bereits, mich zum Teufel wünschen.
Oder „täuscht mich mein Ohr“? „Ist's Wahrheit, ist's kein Trug“?
Sie sagen ja? Ja!!! Nun denn wie wär's?
Am Montag 7h „bei Philippi“? „Sehn wir uns
wieder“? Hoch, lieber „[Dop]-Polnauer“! Ihr Webern
Mein lieber Dr. Polnauer, mir ist, bald nachdem wir uns gestern getrennt
hatten – Ihr Besuch in der Probe war mir eine große Freude – eine Idee
gekommen, die Sie vielleicht als ganz diabolisch bezeichnen werden. Aber
sie läßt mich nicht mehr los u. so sei sie denn – „frisch gewagt“ ist,
sagen wir, ganz gewonnen – ausgesprochen: nämlich, ich
lade Sie hiemit feierlichst ein, d. h. ich bitte Sie herzlichst darum,
bei meiner Aufführung des „Deutschen Requiems“ im Chor als
Tenor mitzusingen. Ja, welch' ein Gewinn, wenn Sie da
z. B. in den Fugen mit Allgewalt eingreifen würden
wie 10 Trompeten! Nun was sagen Sie?
Ich höre Sie bereits, mich zum Teufel wünschen.
Oder „täuscht mich mein Ohr“? „Ist's Wahrheit, ist's kein Trug“?
Sie sagen ja? Ja!!! Nun denn wie wär's?
Am Montag 7h „bei Philippi“? „Sehn wir uns
wieder“? Hoch, lieber „[Dop]-Polnauer“! Ihr Webern