2
P. W.
Wien, am 18. Oktober 1914.
VII., Kaiserstraße 51.
Telephon 2/37618.
Hochverehrter Meister!
Der gegenwärtige Krieg, in dem unsere Truppen
mit Todesmut für unser Vaterland kämpfen, hat auch den
Zurückgebliebenen schwere wirtschaftliche Schäden ge-
bracht, die sich auf alle Berufszweige erstrecken. Zu
den am schlimmsten Mitgenommenen zählen zweifellos
die Vertreter der freien, nicht fix besoldeten Be-
rufe, darunter vor Allem die Künstler aller Gattun-
gen, von denen viele völlig brotlos geworden sind
und - soferne sie keine Ersparnisse besitzen - dem
Elend preisgegeben erscheinen.
Für die Ärmsten unter diesen ist in litera-
rischen und künstlerischen Kreisen eine FÜRSORGE-
AKTION geplant, die von einem grossen, aus Vertre-
tern aller Kunstgattungen sowie kunstsinnigen
Persönlichkeiten der Gesellschaft gebildeten Komitee
ins Leben gerufen und tatkräftig gefördert werden
soll.
W.S.g.u.
P. W.
Wien, am 18. Oktober 1914.
VII., Kaiserstraße 51.
Telephon 2/37618.
Hochverehrter Meister!
Der gegenwärtige Krieg, in dem unsere Truppen
mit Todesmut für unser Vaterland kämpfen, hat auch den
Zurückgebliebenen schwere wirtschaftliche Schäden ge-
bracht, die sich auf alle Berufszweige erstrecken. Zu
den am schlimmsten Mitgenommenen zählen zweifellos
die Vertreter der freien, nicht fix besoldeten Be-
rufe, darunter vor Allem die Künstler aller Gattun-
gen, von denen viele völlig brotlos geworden sind
und - soferne sie keine Ersparnisse besitzen - dem
Elend preisgegeben erscheinen.
Für die Ärmsten unter diesen ist in litera-
rischen und künstlerischen Kreisen eine FÜRSORGE-
AKTION geplant, die von einem grossen, aus Vertre-
tern aller Kunstgattungen sowie kunstsinnigen
Persönlichkeiten der Gesellschaft gebildeten Komitee
ins Leben gerufen und tatkräftig gefördert werden
soll.
W.S.g.u.