3/II. 27.
MÖDLING, ANDERGASSE Nr. 3
Sehr geehrter Herr Doktor!
Mit größtem Vergnügen würde ich am 20. d. M. abends in
Ihrer Mitte weilen, allein meine Abreise von hier wird immer
ungewisser. Meine Verhältnisse gestatten es mir nicht, die
Berliner Aufenthaltskosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten
und andererseits scheint es der Gesellsch. für Deutsches Schrifttum
trotz gewiss redlichen u. eifrigen Bemühens nicht zu gelingen,
mir für meinen Berliner Aufenthalt entsprechende Verdienst=
möglichkeiten zu schaffen. Außerdem bin ich mitten in einer
befristeten Arbeit und verlöre durch die Deutschlandreise
viele Zeit, die nur dadurch einigermaßen hereingebracht werden
könnte, daß ich durch sie wenigstens etwas verdiente. Man
ersetzt mir zwar die Reisekosten u. will mich in Berlin privat
unterbringen. Letzteres hat sich meiner Erfahrung gemäß aber
immer auch als recht unpraktisch u. hemmend erwiesen
Wenn man mir in Berlin die Möglichkeit verschafft etwa
4-500 M. zu verdienen, dann kann ich mir diese Unter=
MÖDLING, ANDERGASSE Nr. 3
Sehr geehrter Herr Doktor!
Mit größtem Vergnügen würde ich am 20. d. M. abends in
Ihrer Mitte weilen, allein meine Abreise von hier wird immer
ungewisser. Meine Verhältnisse gestatten es mir nicht, die
Berliner Aufenthaltskosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten
und andererseits scheint es der Gesellsch. für Deutsches Schrifttum
trotz gewiss redlichen u. eifrigen Bemühens nicht zu gelingen,
mir für meinen Berliner Aufenthalt entsprechende Verdienst=
möglichkeiten zu schaffen. Außerdem bin ich mitten in einer
befristeten Arbeit und verlöre durch die Deutschlandreise
viele Zeit, die nur dadurch einigermaßen hereingebracht werden
könnte, daß ich durch sie wenigstens etwas verdiente. Man
ersetzt mir zwar die Reisekosten u. will mich in Berlin privat
unterbringen. Letzteres hat sich meiner Erfahrung gemäß aber
immer auch als recht unpraktisch u. hemmend erwiesen
Wenn man mir in Berlin die Möglichkeit verschafft etwa
4-500 M. zu verdienen, dann kann ich mir diese Unter=