Sehr geehrter Herr -
Wie Ihnen vielleicht ausgerichtet wurde, habe ich in der vorigen Woche mir
die Freiheit genommen, Sie aufzusuchen. Ich bin erst kürzlich aus Mönich=
kirchen zurückgekehrt und hatte dort in der Zeitung gelesen, daß Ihr Verlag nun
tatsächlich in's Leben treten soll. So wollte ich Ihnen berichten, daß meine
Fühlungnahme mit Dor Max Mell, zu der Sie mich im Sommer ermächtigten,
vorläufig kein eindeutiges Resultat zu zeitigen vermochte, da Dr Mell dzt.
noch anderwärts gebunden ist. Hingegen habe ich bei meinem Verleger
L. Staackmann mit Rücksicht auf die Freundschaft, die ihn und mich
verbindet, grundsätzliches Entgegenkommen in Bezug auf gewisse Ideen ge=
funden, die ich Ihnen seinerzeit auseinandersetzte.
Von meiner Schwiegermama, Frau Amelie Grassl, höre ich übrigens indirekt,
daß Sie sich ihr gegenüber geäußert hätten: wenn ich eine Rolle in Ihrem
Verlage spielen wolle, so möge ich Ihnen dies sagen. Ich denke, daß
ich die Rolle, die ich eventuell spielen könnte, Ihnen bereits ausführlich
und schriftlich angedeutet habe. Damals stellten Sie mir beim Abschied spontan
in Aussicht, daß Sie mich von der weiteren Entwicklung der Dinge in Kenntnis
setzen würden. Da Sie dies unterließen, durfte ich wohl annehmen, daß
Sie meine Mitwirkung nicht mehr in Erwägung ziehen.
Dies wollte ich Ihnen nur sagen, damit die Botschaft, die Sie mir durch meine
Schwiegermama zukommen ließen, nicht unbeantwortet bleibe.
In besonderer Hochachtung
Ihr ergebener
Anton Wildgans
Mödling, am 13. Nov. 1920.
Wie Ihnen vielleicht ausgerichtet wurde, habe ich in der vorigen Woche mir
die Freiheit genommen, Sie aufzusuchen. Ich bin erst kürzlich aus Mönich=
kirchen zurückgekehrt und hatte dort in der Zeitung gelesen, daß Ihr Verlag nun
tatsächlich in's Leben treten soll. So wollte ich Ihnen berichten, daß meine
Fühlungnahme mit Dor Max Mell, zu der Sie mich im Sommer ermächtigten,
vorläufig kein eindeutiges Resultat zu zeitigen vermochte, da Dr Mell dzt.
noch anderwärts gebunden ist. Hingegen habe ich bei meinem Verleger
L. Staackmann mit Rücksicht auf die Freundschaft, die ihn und mich
verbindet, grundsätzliches Entgegenkommen in Bezug auf gewisse Ideen ge=
funden, die ich Ihnen seinerzeit auseinandersetzte.
Von meiner Schwiegermama, Frau Amelie Grassl, höre ich übrigens indirekt,
daß Sie sich ihr gegenüber geäußert hätten: wenn ich eine Rolle in Ihrem
Verlage spielen wolle, so möge ich Ihnen dies sagen. Ich denke, daß
ich die Rolle, die ich eventuell spielen könnte, Ihnen bereits ausführlich
und schriftlich angedeutet habe. Damals stellten Sie mir beim Abschied spontan
in Aussicht, daß Sie mich von der weiteren Entwicklung der Dinge in Kenntnis
setzen würden. Da Sie dies unterließen, durfte ich wohl annehmen, daß
Sie meine Mitwirkung nicht mehr in Erwägung ziehen.
Dies wollte ich Ihnen nur sagen, damit die Botschaft, die Sie mir durch meine
Schwiegermama zukommen ließen, nicht unbeantwortet bleibe.
In besonderer Hochachtung
Ihr ergebener
Anton Wildgans
Mödling, am 13. Nov. 1920.