Mein lieber Freund –
Endlich wieder heimgekehrt finde ich Deinen
letzten Brief samt Anlagen vor. Ich bin von diesem
Ergebnis consterniert und fühle mich Dir gegenüber
schuldig, indem ich dich seinerzeit durch meinen
Brief für Stirner alarmiert habe. So peinlich
mir die Sache ist, muss ich ja leider sagen, daß
ich seit einiger Zeit etwas Derartiges geahnt hatte.
Stirner scheint bei einer Stufe der Zermürbung
angelangt zu sein, daß auch der Wille nicht
mehr functioniert. Er war von jeher leider jener
oesterr. Typus, der, außerhalb des Kreises einer
gewissen Kultur gestellt, alle Handlungsfähigkeit
einbüßt. Es ist müdes Blut in diesen Menschen
mit den hohen Stirnen und schlanken Köpfen,
die man z. B. in Deutschland im Bilde der Gesell=
schaft als Oesterreicher so sehr vermisst. Auf der
Basis eines gewissen Wohllebens sind sie zu allem
Möglichen befähigt, am Ziele selbst sind sie
tüchtig, aber den Weg zum Ziele zu gehen, sind sie
zu nobel, zu wehleidig u. zu schwach.
Endlich wieder heimgekehrt finde ich Deinen
letzten Brief samt Anlagen vor. Ich bin von diesem
Ergebnis consterniert und fühle mich Dir gegenüber
schuldig, indem ich dich seinerzeit durch meinen
Brief für Stirner alarmiert habe. So peinlich
mir die Sache ist, muss ich ja leider sagen, daß
ich seit einiger Zeit etwas Derartiges geahnt hatte.
Stirner scheint bei einer Stufe der Zermürbung
angelangt zu sein, daß auch der Wille nicht
mehr functioniert. Er war von jeher leider jener
oesterr. Typus, der, außerhalb des Kreises einer
gewissen Kultur gestellt, alle Handlungsfähigkeit
einbüßt. Es ist müdes Blut in diesen Menschen
mit den hohen Stirnen und schlanken Köpfen,
die man z. B. in Deutschland im Bilde der Gesell=
schaft als Oesterreicher so sehr vermisst. Auf der
Basis eines gewissen Wohllebens sind sie zu allem
Möglichen befähigt, am Ziele selbst sind sie
tüchtig, aber den Weg zum Ziele zu gehen, sind sie
zu nobel, zu wehleidig u. zu schwach.