Sehr geehrte Herren, das Verhängnis, das
ich befürchtete, ist leider eingetreten.
Heute am 28. September ist ein elfspal-
tenlanges Feuilleton über den Jeremias
in [der] neuen Freien Presse erschienen
und noch in keiner Wiener Buchhandlung
ein Exemplar erhältlich (mit Felix Brauns
Tantalos war es das Gleiche.) Ich weiss, dass
jetzt umso weniger daran zu ändern
ist, als Postsperre zwischen Osterreich und
Deutschland besteht — aber es kostet
mich sicherlich 200 Exemplare sowie die
Verzögerung des Ersten Erlebnis um ein
Jahr mich 1000 gekostet hat. Betreiben
Sie bitte wenigstens die Neuauflage des
„J[ere]mias" damit hier keine Stockung
entsteht, die Postverhältnisse werden
immer katastrophaler und man kann
gar nicht rasch genug sein. Ergebenst
Stefan Zweig
ich befürchtete, ist leider eingetreten.
Heute am 28. September ist ein elfspal-
tenlanges Feuilleton über den Jeremias
in [der] neuen Freien Presse erschienen
und noch in keiner Wiener Buchhandlung
ein Exemplar erhältlich (mit Felix Brauns
Tantalos war es das Gleiche.) Ich weiss, dass
jetzt umso weniger daran zu ändern
ist, als Postsperre zwischen Osterreich und
Deutschland besteht — aber es kostet
mich sicherlich 200 Exemplare sowie die
Verzögerung des Ersten Erlebnis um ein
Jahr mich 1000 gekostet hat. Betreiben
Sie bitte wenigstens die Neuauflage des
„J[ere]mias" damit hier keine Stockung
entsteht, die Postverhältnisse werden
immer katastrophaler und man kann
gar nicht rasch genug sein. Ergebenst
Stefan Zweig